„Tropic Thunder“ – eine launige Persiflage aufs (Action-)Kino.
Von Thomas Taborsky
Wer sich Hollywood entzaubern lassen will, muss – statt Abrechnungen in Buchform, bissigen Serien, die hinter den Kulissen eines Studios wüten oder dem letzten Skandal – nur das konsumieren, was Leute dort über das Ausgehleben sagen: Dünn gesät sei es, denn die meisten stünden früh auf und gingen, wenn sie könnten, früh ins Bett.
Die Unterhaltungsindustrie als Land der Langeweiler darzustellen, wäre wohl der größere Tabubruch, den Ben Stiller in seiner Komödie über das Verhalten von Leinwandhelden in tatsächlicher Gefahr sicher nicht begehen will. Schon das Drehbuch des Films-im-Film gelesen zu haben, wäre langweilig; deshalb hat das in „Tropic Thunder“ auch nur der erklärte Außenseiter getan.
Wesentlich mehr Zeit verwendet die launige Persiflage auf ihr Kaminsims der Männerdiven: einen verblassten Actionstar, der nur noch durch die Vertragsforderungen seines Agenten auffällt, einen Oscar-Abonnenten, der übers Aufgehen in den Rollen sich selbst vergessen hat, einen Hampelmann mit Entzugserscheinungen und einen Jung-Spund, der sein Image quadratmillimeterweise vermietet hat. Zu fünft stapfen sie vom Set ihres Kriegsfilms ins Areal der benachbarten Drogenbande, und haben einen echten Krieg am Hals.
Die groß aufspielende Besetzung umschifft beide Probleme des Films: dass er Gags gern zu oft aufgreift, und dass er sich in einer seiner Figuren auch selbst deklariert: „Ich bin der Typ, der ’nen Typ spielt, der sich als anderer Typ verkleidet.“
TROPIC THUNDER
USA 2008. Regie: Ben Stiller.
Mit Ben Stiller, Robert Downey Jr., Jack Black.
Verleih: Universal. 107 Min.