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Elle s'appelle Sabine - 39/2008

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Erinnerung

„Elle s’appelle Sabine“ – Das Schicksal einer Schwester.


Von Nicole Albiez

Sie nennt sich Sabine, so die deutsche Übersetzung des berührenden und intimen Regiedebuts der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire. Dass es sich bei den beiden Frauen tatsächlich um ein und dieselbe Person handelt, fällt schwer zu begreifen: Die Super 8-Aufnahmen zeigen eine wache, hübsche, junge Frau, mit euphorischem Glanz in den Augen. Es sind Bilder der Erinnerung. Vergleichswerte, die fassungslos stimmen. Denn die Bilder von heute – sie zeigen einen apathischen, rundlichen Menschen, dem Spucke übers Kinn rinnt, woran er sich nicht stört, und der seiner Schwester die immer gleiche Frage stellt.

Der Vergleich ist ernüchternd, und die traurige Conclusio, die ihre prominente Schwester, die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire bei ihrem Regiedebüt zieht: Dies sind die Folgen eines mangelhaften Betreuungssystems. Die Bilder von früher, sie zeigen Sabine, die seit ihrer Kindheit an Autismus leidet, in einer deutlich besseren Verfassung. Sie stammen aus einer Zeit, bevor Sabine „inhaftiert“ war.

Tiefe Spuren
Als nichts anderes als „Inhaftierung“ bezeichnet Sandrine Bonnaire die fünf Jahre, die Sabine in einem psychiatrischen Spital verbracht hat. Ein Aufenthalt, der tiefe Spuren hinterlassen hat; der in Sabine Angst hervorrief – was zu Gewalttätigkeit und in der Folge zu erhöhter Medikation führte. – Welche sie ihre Möglichkeiten kostete. „Die Idee hatte am Ende des ersten von fünf Jahren Internierung meiner Schwester Sabine Gestalt angenommen“, so Bonnaire. „Sehr schnell sah ich, wie sich ihr Zustand verschlimmerte. Ich trauerte ihrer Schönheit und ihren früheren Fähigkeiten nach. Ich verglich ihre zwei Gesichter – die Sabine von früher mit der, zu der sie geworden war –, um verstehen zu können, warum sie so verfiel.“

Es ist ein mutiger, wichtiger, liebevoller und direkter Film, mit dem Sandrine Bonnaire sehr viel Privates preisgibt. Der ihr seit Jahren im Kopf herumschwirrte, der nur immer wieder aufgeschoben wurde: Aus Angst, man könnte es schamlos finden, dass sie so private Aufnahmen vor der Öffentlichkeit ausbreitet.

Alltag im Pflegeheim
Das einfühlsame und ebenso berührende wie ernüchternde, das ehrliche Portrait, das sie von ihrer Schwester Sabine zeichnet, beschreibt den Alltag der inzwischen 38-jährigen Schwester im Pflegeheim (mit eingeflochtenen Erinnerungen an früher). Ein Heim, das Bonnaire gemeinsam mit den jetzigen Leitern aufgrund ihrer Popularität finanziell ermöglichen konnte. Ihre vorliegende Dokumentation könnte noch viel mehr bewirken.

ELLE S’APPELLE SABINE
F 2007. Regie: Sandrine Bonnaire.
Verleih: Stadtkino. 85 Min.
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