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Wall-E - 39/2008

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Ein trauriger Roboter allein auf der Welt

Der Film „Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf“ aus dem Hause Pixar erzählt die Geschichte von einem Roboter, dem niemand beim Putzen zusieht.


Von Thomas Taborsky

Die Launen des Kulturschaffens: In seinem Lied „1928“ erzählte Ludwig Hirsch davon, dass Wesen, die die Erde besuchten, nur noch einen Micky-Maus-Film vorfänden und dachten, die Menschheit wäre lustig gewesen. 30 Jahre später liefert nun Disney seine Kurzfassung davon ab, was später einmal Zeugnis von Leben auf dem Planeten abgeben könnte – und ja, neben dem Singenden Fisch haben auch Waren von Konzern-Großteilhaber Steve Jobs funktionstüchtig überlebt.

Solche Produktplatzierungen zergehen einem auf der Zunge, angesichts der Geschichte, die sich die Animationsschmiede Pixar für „Wall-E“ einfallen hat lassen: Nachdem alle Firmen zu einer fusioniert waren, wurde die Erde endgültig von Konsum und Werbetafeln zugemüllt. Bis die Reinigungsroboter alles beseitigt haben sollten, ging die Menschheit auf Kreuzfahrt ins All. 700 Jahre sind seitdem vergangen. Nur ein Automat räumt noch auf: Wall-E.

Gutmütig, schlicht und häuslich eingerichtet, legt er die vom Arbeitstag schmutzigen Laufketten ab, wenn es draußen stürmt, betrachtet im Wohncontainer seine Fundstücke und legt sich ein Video ein, um vom Tanzen und der Liebe zu träumen. Eines Tages landet die Roboter-Traumfrau: Eve heißt sie, und sucht nach Hinweisen, dass die Staubkugel wieder bewohnbar ist. Obwohl sie hypermodern und schwer bewaffnet ist, muss er ihr nahe sein, selbst als sie samt Bio-Beweis zu ihren extrem beleibten Auftraggebern zurückgebracht wird.

Eine Mär wie diese lässt sich reizvoll inszenieren, längst nicht nur über Wall-Es traurig guckendes Antlitz: Postapokalyptische Verfallsszenerien in wechselnden Lichtstimmungen stehen nämlich der gleichförmig-pummeligen Künstlichkeit gegenüber, in die sich die Zukunftsmenschen zurückgezogen haben. Als verwegener, aber gelungener Versuch findet sich mitten in der tadellosen Computeranimation sogar ein wenig Realfilm.

Jedoch: Während er „Findet Nemo“ damals fast zeitlos inszenieren konnte, ist es Regisseur Andrew Stanton bei „Wall-E“ unmöglich, auf irgendeiner Ebene den letzten Kulturjahrzehnten auszuweichen; selbst inhaltlich borgt er unter anderem kräftig bei Stanley Kubricks „2001“. Dadurch gerät der Film, anfangs noch Glanzstück über zwischengeschöpfliche Verständigung, letztlich wesentlich vergänglicher, als es nötig gewesen wäre.

WALL-E – DER LETZTE RÄUMT DIE ERDE AUF.
USA 2008. Regie: Andrew Stanton.
Mit: Fred Willard. Verleih: Disney. 98 Min.
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