ro ro

Navigation
Literaturkritik | Filmkritik | Dossiers | Suchen
You do not have permission to download files

Das römische Licht - 45/2008

Herunterladen
Schmerzliche Korrekturen

Evelyn Grill schreibt einen bewegenden Roman über Freude und Trauer.

Von Beatrix M. Kramlovsky

Von Evelyn Grill erwartet man pointierte Aussagen, Genauigkeit, die schmerzhaft aufdeckt und hinweist, eine klare Sprache, eine Themendarstellung, die ans Eingemachte geht. Der neue Roman „Das römische Licht“ erfüllt dies alles.
Die Künstlerin Xenia, gerade in Rom angekommen, voller Vorfreude auf die Wochen intensiver Arbeit als Stipendiatin, wird von der Schwester informiert, dass die Mutter im Koma liegt, der Tod erwartet wird. Welch ein Dilemma. Wem ist man mehr verpflichtet, einem Menschen oder der Kunst, der Lebensaufgabe? Xenias Konflikt wird verschärft durch die Einstellung der Mutter, einer Schriftstellerin, die ihre Kunst immer den Töchtern vorgezogen, sich ein Leben lang gegen die Bedürfnisse der Kinder, für die eigene Weiterentwicklung entschieden hat.
Xenia, die beobachtend und scheinbar nur widerwillig in Umgebungen eintaucht, lernt Alma, eine etablierte Fotografin kennen, die sich für ihre Bilder interessiert. Gemeinsame Projekte werden angedacht, eine Ausstellung böte großartige Möglichkeiten. Darf Arbeit als Rechtfertigung für eine Entscheidung in Gefühlsdingen gelten? Xenia, die um ihre Möglichkeiten ringt, ohne in Schuldgefühlen zu ertrinken, findet in Rom, das sie sich aufmerksam ergeht, in einer Kunstszene einen Rückhalt, wie sie ihn noch nicht kennt. Der Tod holt sie dennoch ein – Xenia muss mit dem plötzlichen Verschwinden von neuen Freunden fertig werden, und sie reist zurück zur sterbenden Mutter, der sie einen persönlichen Abschied schenken möchte, ein genau berechnetes Abzwicken von Zeit, das ihrer Schwester grausam erscheint. Unterschiedlich gehen sie um mit dieser einst omnipotenten Mutter, deren Tod mit Xenias bisher größtem künstlerischem Erfolg zusammenfällt. Freude und Trauer, das Wissen, versagt und gleichzeitig auf anderem Gebiet Leistung erbracht zu haben, die Erkenntnis, nie allen gerecht werden zu können, verpackt Evelyn Grill in ihrer prägnanten Sprache, deren Tempo und Leidenschaftlichkeit begeistern.
Wiederum schaffte es die Schriftstellerin, Licht in Worten so einzufangen, dass es grell aufblitzend, bloßlegend und dennoch, wenn nötig, weich den Figuren folgt. Heraus kam ein fesselndes Bild über schmerzliche Korrekturen und eine bewegende Studie zum Wesen der Liebe.


Das römische Licht
Roman von Evelyn Grill
Residenz 2008. 236 S., geb., e 19,90
You do not have permission to download files


DownloadsII 5.0.4 by CyberRanger & Jelle
Based on ecDownloads 4.1 © Ronin



Powered by vBulletin® Version 3.6.5 (Deutsch) | Copyright ©2000 - 2005, Jelsoft Enterprises Ltd.
ro
ro ro
Werbung
  18:58:29 07.17.2005