Blutsauger erleben ein Comeback, vom Teenie-Drama („Twi*light“) bis zur TV-Serie („True Bloods“ von Alan Ball), auch die Gothic-Action „Underworld“ erlebt ihren nun dritten Teil. Ein Prequel, das eine Geschichte ausformulieren soll, die bislang nur angeschnitten wurde. Der Krieg zwischen Vampiren, Lykanern, Werwölfen tobt seit Jahrhunderten, nun soll der Ursprung des Konflikts ergründet werden. Bühne frei für eine mittelalterliche „Romeo und Julia“-Variante, der tragischen Affäre zwischen Vampirin Sonja und Werwolf Lucian. Er ist ein Sklave ihres Vaters, ihre Liebe verboten. Lucian möchte sich von den Fesseln befreien und formiert eine Armee, die die Vampire zu einer Schlacht herausfordert. Dicht ist die Handlung, noch ehe der Vorspann absolviert ist, der Hauptteil ist für die Ausführung da, die Geschichte zu diesem Zeitpunkt längst schon erzählt. Action anstelle von Plot, Optik ersetzt Dramaturgie. Klassenkampf und Shakespeare – und doch entscheidet sich Patrick Tatopoulos für oberflächliche Action, in der Bill Nighy und Michael Sheen eigentlich nichts verloren haben. Zu sehr ist er damit beschäftigt, sich stilistisch an die Vorgänger zu klammern …
Underworld: Aufstand der Lykaner (Underworld: Rise of the Lycans)
USA 2009. Regie: Patrick Tatopoulos.
Mit Michael Sheen, Bill Nighy,
Rhona Mitra. Verleih: Sony. 92 Min.