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Family Law - 35/2007

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Dr. Perelman
„Family Law“: Ein stiller, nachdenklicher, aber ergiebiger Film über die Nähe und die allzugroße Ferne zwischen Vater und Sohn.
Von Otto Friedrich

Man hat Daniel Burman als „südamerikanischen Cousin von Woody Allen“ bezeichnet. Und tatsächlich kann man in Family Law durchaus Anklänge ans Œuvre des New Yorker Stadtneurotikers finden: Eine Familienaufstellung in einer argentinischen Großstadt. Ein Vater-Sohn-Konflikt beziehungsweise das Herausschrauben daraus. Das säkulare, aber durch und durch jüdische Milieu, das die beiden Protagonisten repräsentieren. Aber damit hat es sich auch schon mit den Anklängen, denn Burman hat eine eigene, still beobachtende und leise Filmsprache entwickelt, die ganz und gar nicht das schusselige Vielleicht-Vorbild Woody Allen zu imitieren sucht. Ariel Perelman ist Anwalt. Perelman Senior auch. Wenn von Dr. Perelman die Rede ist, so weiß man erst nach einer Weile, ob der Alte oder der Junge gemeint ist. Dabei haben die beiden auf den ersten Blick gar wenig gemeinsam: Senior ist ein mit allen Wassern gewaschener Gerichtsexperte, der weiß, wie man Vorzimmerdamen von Staatsanwälten und Richtern mit kleinen Aufmerksamkeiten bei Laune hält und für Klientenzwecke einsetzt. Junior hält – obwohl er es versucht – wenig von Lebens- und Gerichtsstil seines Erzeugers. Der Alte hätte natürlich gern, dass Sohnemann in seine Praxis eintritt, sogar ein Zimmer steht dort für ihn bereit. Doch der Spross kann das nicht und verdient sein Brot als Jus-Professor an der Universität.

Erst als er eine seiner Studentinnen heiratet und mit ihr bald ein Kind hat (gespielt von Daniel Burmans Sohn Elroy), beginnt Vater Perelman, der Witwer ist, sich dem Sohn zu nähern. Doch dieser fängt mit dem väterlichen Interesse jedenfalls fürs erste ganz und gar nichts an. Familiy Law lebt vom genauen Drehbuch des Regisseurs, das Burman auch filmisch stimmig umsetzt– und von den beiden Hauptdarstellern: Daniel Hendler ist der – in Sachen Vaterbeziehung – perfekt verklemmte Junior. Arturo Goetz gibt kongenial dazu den alten Charmeur, der sich von seinen Klienten schon auch mit einem Essen oder anderen nützlichen Dienstleistungen bezahlen lässt. Ob solches ungleiche Paar noch auf einen grünen Zweig kommen kann? Der Film war als argentinischer Beitrag für den Auslands-Oscar nominiert. Schade, dass er da nicht reüssieren konnte. Für einen stillen, nachdenklichen, aber ergiebigen Filmabend reicht Family Law allemal.

FAMILY LAW – Derecho de familia
ARG/I/F/E 2006.
Regie: Daniel Burman.
Mit Daniel Hendler, Arturo Goetz, Eloy Burman, Julieta Diaz.
Verleih: Polyfilm. 102 Min.
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