Auf der Suche nach Arbeit fährt eine junge Frau durch die USA in Richtung Alaska. Wendys einziger Besitz sind die Hündin Lucy, ihr Auto und ein paar hundert Dollar Benzingeld. Eines Tages gibt ihr Fahrzeug den Geist auf. Nachdem Wendy wegen einer Semmel und einer Dose Hundefutter als Ladendiebin verhaftet wird, ist auch Lucy verschwunden. „Wendy and Lucy“ ist dennoch kein Film über die Freundschaft zwischen Mensch und Hund, sondern eine trostlose Geschichte über den sozialen Abstieg. Regisseurin Kelly Reichardt und ihre grandiose Hauptdarstellerin Michelle Williams halten schnörkellos jene Momente fest, die Wendys endgültigem Herausfall aus der Gesellschaft unmittelbar vorangehen. „Wendy and Lucy“ zeigt die Kehrseite der USA: Armut, Hoffnungslosigkeit, den Fall ins Bodenlose. Hat man keine Adresse, kein Handy und keine Kreditkarte, ist es aus. Selbst einen Job bekommt nur, wer schon einen hat, wie der alte Parkplatzwächter (Wally Dalton) sagt, der einzige, der Wendy nicht mit Gleichgültigkeit begegnet.
Wendy and Lucy
USA 2008. Regie: Kelly Reichardt.
Mit Michelle Williams, Wally Dalton, Larry Fessenden.
Verleih: Stadtkino. 80 Min.