Aus Sicht des kleinen Bruno muss er sich von seinen Freunden, seinen Großeltern, der vertrauten Umgebung trennen, weil Papa eine neue Arbeit bekommen hat. Das neue Haus, mit der Mauer rundherum, ist für den angehenden Entdecker ein Gefängnis, sich rauszustehlen eine verlockende Idee. Noch dazu liegt nicht weit entfernt ein Bauernhof, mit lauter Menschen in Pyjamas, und einem Buben namens Schmuel, der auch hinter einem Zaun sitzt und vielleicht sein Freund sein kann. Was Bruno vorhat, wollen jedoch alle Erwachsenen um ihn nicht geschehen lassen: Sein Vater ist Kommandant des „Bauernhofs“ – eines KZ. „Der Junge im gestreiften Pyjama“, verfilmt nach dem gleichnamigen Roman von John Boyne, schwillt auf absehbares Tragödienausmaß an. Zwischen naivem Kinderblick und ebenso naiver Nachgeborenen-Herunterbrechung des Holocaust verhaftet, machen die scharfsinnigen Nebenmomente aus dem eigentlichen Geschehen eine melodramatische Plattform, die schwer am Rest zu tragen hat. Überzeugen können lediglich die Akteure, allen voran Vera Farmiga als Brunos Mutter.
Der Junge im gestreiften Pyjama
(The Boy in the Striped Pyjamas)
USA/GB 2008. Regie: Mark Herman.
Mit Asa Butterfield, Jack Scanlon, Vera Farmiga.
Verleih: Disney. 94 Min.