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Tage oder Stunden - 24/2009

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Dialoge als Stichwaffen

Von Thomas Taborsky

Was die Anziehungskraft von Jean Beckers neuestem Werk „Tage oder Stunden“ ausmacht, ist klar: Es steckt eine Ungeheuerlichkeit, zugleich etwas Entfesselndes darin, wenn jemand mutwillig und abrupt die eigene sorgfältig aufgebaute Existenz abreißt. In diesem Fall ist es Antoine, ein Mittvierziger, der aus heiterem Himmel seinen lukrativen Job hinschmeißt. Abends haut er seine Ehe in Stücke, tags darauf vertreibt er höchst effektiv die Freunde aus seinem Leben. Nach einem letzten Blick auf die Kinder fährt er nach Norden, schifft sich ein, in Richtung der Hütte, in der sein entfremdeter Vater einsiedelt. Faszinierend einerseits dank bündiger Dramaturgie und Dialogen, die Stichwaffen gleichkommen, andererseits wegen Albert Dupontel, der den Film mit seiner nuancierten Darstellung trägt, so weit er kann – also genau bis zum Warum, nach dessen Auflösung man sich zu Recht genarrt fühlen darf von einem Regisseur, der seine Altbackenheit hinter einem Rätsel versteckt hat, am Schluss aber doch noch aufgeflogen ist.

Tage oder Stunden. Deux jours à tuer
F 2008. Regie: Jean Becker.
Mit Albert Dupontel, Marie-Josée Croze, Pierre Vaneck.
Verleih: Polyfilm. 85 Min.
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