Wie sein Titelheld setzt auch Regisseur Jean-François Richet im zweiten Teil des Gangster-Biopics „Public Enemy No. 1“ den bereits eingeschlagenen Weg fort: In „Mordinstinkt“ lautete das Motto des Filmemachers Form vor Inhalt (siehe FURCHE 24/09), in „Todestrieb“ zieht Richet nun die Schauwert-Schraube weiter an. Im Stakkato folgen auf Jacques Mesrines kriminelle Taten: Flucht, Kugelhagel, Verhaftung und Gefängnisausbruch – die Figuren-Psychologie des Ausbrecher-Königs bleibt eine Randnotiz und der „Mann mit den tausend Gesichtern“ bleibt nahezu vollständig hinter der Maske des brutalen Gewaltverbrechers mit Drang zur Selbstdarstellung verborgen. Zahlreiche Fragen über Mesrines (pseudo-)politische Ziele bleiben zurück und auch die Umstände seines blutigen Endes als Staatsfeind Nummer eins bleiben im Dunkeln – in Notwehr erschossen oder hingerichtet? Für eine über 4-stündige Biografie-Verfilmung eine ziemlich unbefriedigende Bilanz – zumindest, wenn man Näheres über Mesrines „Todestrieb“ erfahren möchte.
Public Enemy No.1 – Todestrieb (L’ennemi public n°1)
F/CDN 2008. Regie: Jean-François Richet. Mit Vincent Cassel, Ludivine
Sagnier. Verleih: Senator. 132 Min.