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Das Leben der Wünsche - 36/2009

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Wollen und Wünschen

Thomas Glavinic legt in seinem Roman die Matrix des Unbewussten frei.

Von Maria Renhardt

Die Literaturkritik hat Thomas Glavinic nach dem Erscheinen der „Arbeit der Nacht“ in die „große Tradition österreichischer surrealer Endzeit-Literatur“ à la Kafka und Kubin eingereiht und spätestens seit der Shortlist-Nominierung für den Deutschen Buchpreis von „Das bin doch ich“ ist sein Name im deutschsprachigen Feuilleton präsent.
Sein neuer Roman weckt in gewisser Weise Reminiszenzen an die „Arbeit der Nacht“, und das nicht nur aufgrund der Figuren, die teilweise die gleichen Namen tragen. Auch hier gerät man bald in die Verrückung einer irritierten Welt, obgleich die Botschaft indirekt zutage tritt. Welche Wünsche trägt der Mensch in sich und welcher Unterschied besteht zwischen Wollen und tatsächlichem Wunsch? Das Unbewusste lässt sich nicht täuschen und fördert die geheimsten, in die Matrix der Seele gestanzten Sehnsüchte zutage.

Die berühmten drei Wünsche

Jonas, Werbetexter und Vater zweier Buben, führt ein Doppelleben. Da ist Helen, seine Frau, von der er sich nicht wirklich trennen möchte, vielleicht der Kinder wegen. Mit seiner Geliebten trifft er sich einmal in der Woche. Jonas’ Leben verläuft mehr oder weniger unaufgeregt, bis sich eines Tages dieser Fremde zu ihm auf die Parkbank setzt, der ihm drei Wünsche erfüllen will. Er lässt sich darauf ein und nimmt nur einen, da er sich die Erfüllung aller Wünsche wünscht. Kaum merklich zunächst, dann doch offensichtlicher, beginnt sich sein Leben sanft zu ändern. Jedoch nicht das ausgesprochene, manifeste Wollen zeigt Früchte, sondern Geheimes, Verborgenes, ja Verdrängtes.
Glavinic konzentriert sich auf den ganz gewöhnlichen Alltag des Helden, auf seine Liebeseskapaden und Befindlichkeiten. Man begleitet ihn auf kuriose Ausflüge, die abrupt enden und im Nichts versanden. Jonas entkommt einem Flugzeugabsturz, seine Frau stirbt plötzlich in der Badewanne. Glavinic unterspült Jonas’ Leben mit Schrägem und Brüchigem und entzieht der Handlung dadurch manchmal den Boden. Es ist natürlich reizvoll, dieses Gedankenexperiment durchzuspielen, aber es hätte dem Buch gut getan, die Fäden straffer zu ziehen, um die Tiefe auszuloten.


Das Leben der Wünsche
Roman von Thomas Glavinic, Hanser 2009. 320 S., geb., € 22,10
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