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Eine von 8 - 42/2009

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„Und dann sind Sie wieder gesund“

Von Regine Bogensberger

Sind sie zu zweit, können sie gemeinsam lachen – auch, wenn sie gerade eine Chemotherapie durchmachen müssen. Humorvoll plaudern die zwei Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, über Haarverlust und Piercings. Wenig später zeigen sie sich ohne Kopftuch und Perücke beim Foto-Shooting lebensfroh und sich gegenseitig aufbauend.
Doch dann sind die beiden Frauen – Frederike von Stechow und Marijana Gavri
č – wieder alleine mit sich und der lebensbedrohlichen Krankheit und der Ungewissheit: nachdenklich, verzweifelt, hoffnungsvoll und doch weiter mitten im Leben und Beruf stehend. Sie wissen auch, dass sie jenen Satz, den sie so gerne von den Ärzten hören würden, so nicht hören werden: „Jetzt sind Sie wieder gesund.“
Der Dokumentarfilm „Eine von 8“ von Sabine Derflinger begleitet die zwei Frauen – die Schauspielerin Stechow und die Straßenbahnfahrerin Gavri
č – in ihrem Alltag mit der Krankheit. Einmal im Krankenhaus bei Gesprächen mit Ärzten oder Klinikpsychologen, dann in ihrem Beruf und mit ihren Familien. Beide Frauen haben jeweils ein kleines Kind. Der Film zeichnet ein realistisches Bild, das stets stark berührt, das den Frauen und ihrer Intimität nie zu nahe tritt, selbst dann nicht, wenn etwa Stechow unmittelbar nach der Operation oder weinend beim Telefonieren mit einem Nahestehenden gezeigt wird.
Die schwierige Frage, wie viel Eigenverantwortung als Brustkrebspatientin einem noch bleibt, wird im Film besonders deutlich. Gavrič weigert sich letztlich, eine Strahlentherapie zu machen, da sie spürte, auch ohne gut auszukommen. Einprägsam auch die Szene, als Frederike von Stechow mit dem Arzt, der sie operieren soll, den Ablauf bespricht. Der Arzt verunsichert sie, denn er kann nicht definitiv sagen, wie viele Lymphknoten er entfernen wird. Er lacht aus Verlegenheit, sie sagt, das sie nun geschockt sei. Sie reden aneinander vorbei. Hilflosigkeit auf beiden Seiten wird deutlich.
Doch so optimistisch der Dokumentarfilm auch endet – beide betroffenen Frauen machen mit ihren Familien einen Sommerurlaub – der Zuschauer hat ein anderes Ende im Kopf, das unweigerlich den Film und seine optimistischen Töne überschatten muss.
Wenige Monate nach der Uraufführung bei der Diagnonale in Graz im heurigen März erlag Frederike von Stechow 41-jährig ihrer Krebs-Erkrankung.


Eine von 8
A 2008. Regie: Sabine Derflinger. Verleih: Polyfilm. 87 min.
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