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Erzähl mir was vom Regen - 44/2009

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Ein kleiner Film übers Leben

Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri sind ein Ehepaar. Und sie führen in „Erzählmir was vom Regen“ gemeinsam Regie und spielen die Starrollen. Liebenswert.

Von Michael Kraßnitzer

Sie ist eine erfolgreiche Karrierefrau, doch beim Lösen eines Kreuzworträtsels fällt ihr das Wort „Fürsorge“ nicht ein. Eine feministische Buchautorin und angehende Politikerin ist der Angelpunkt der französischen Tragikomödie „Erzähl mir was vom Regen“ der beiden Filmemacher Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri. Vor dem Hintergrund eines verregneten Sommers in Südfrankreich gewährt der Film liebevoll Einblick in das Innere und in die Beziehungen einer Handvoll völlig unterschiedlicher Menschen, die auf verschiedenste Weise miteinander verbunden sind.

Feministin und Politikerin in spe

Agathe (gespielt von Jaoui) soll bei den nächsten Wahlen in ihrem Heimatbezirk antreten und kehrt daher für zehn Tage in das Haus ihrer Kindheit zurück, um vor Ort Gespräche mit diversen Funktionären zu führen – und um ein wenig Urlaub zu machen. Doch daraus wird nichts: Zum einen treten die alten Konflikte mit ihrer Schwester wieder zutage, zum anderen hat sie sich bereiterklärt, bei einem Filmprojekt mitzumachen: Karim (Jamel Debouzze), der Sohn der Haushälterin, dreht gemeinsam mit seinem väterlichen Freund Michel (gespielt von Bacri) einen Dokumentarfilm über erfolgreiche Frauen. Doch niemand hat damit gerechnet, dass der vermeintliche Top-Reporter Michel nicht nur ein unfähiger Chaot, sondern auch der Liebhaber der Schwester ist.
Schmerzhaft wird Agathe während dieser Tage bewusst, dass sie von ihrer Umgebung als herzlose Tyrannin wahrgenommen wird. Dann wird sie auch noch vom Lebensgefährten verlassen und schließlich verpasst sie ein entscheidendes Meeting, weil sie durch Michels Schuld ohne Fahrzeug irgendwo am Land in einem Funkloch festsitzt. Langsam und unspektakulär, aber doch, beginnt sich die innere Verkrampfung, die seelische Verhärtung Agathes zu lösen. Höhepunkt, auch in humoristischer Hinsicht, ist die Szene, in der ihr Michel einen Joint anbietet, was damit endet, dass die beiden mit großem Ernst und über die am Boden herumkrabbelnden Ameisen philosophieren. Als sie nach Paris heimreist, ist sie nicht mehr ganz dieselbe.
Als Figur nicht minder interessant ist Karim, der sich als Hotel*angestellter verdingt, sich aber als talentierter Filmemacher erweist. Er muss allerdings erst damit fertig werden, dass sich sein Mentor als Verlierer entpuppt, und sich von der Last all der Demütigungen befreien, die er aufgrund seiner nordafrikanischen Abstammung erdulden musste. Auch er wird am Ende nach Paris gehen, einer vielleicht besseren Zukunft entgegen. Zurück bleibt der liebenswerte Loser Michel, stets bereit, von Neuem Chaos zu stiften. Ein kleiner, subtiler Film über das Leben.


Erzähl mir was vom Regen (Parlez-moi de la pluie)
F 2008. Regie: Agnès Jaoui. Mit Agnès Jaoui, Jean-Debbouze. Verl.: Filmladen 101 Min.
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