Die Rückkehr eines Äthiopiers, der in Deutschland Medizin studiert hat, in seine Heimat dient Haile Gerima als Ausgangspunkt für das Film-Epos „Teza“, in dem 30 Jahre äthiopische Geschichte skizziert werden. Pessimistisch ist der Blick, denn aus den großen Utopien von einer besseren Zukunft ist nichts geworden: Die Herrschaftssysteme haben zwar gewechselt, doch Terror und Gewalt endeten damit nicht. Und dennoch lässt Gerima am Ende Hoffnung aufschimmern. Komplex, aber immer übersichtlich verschachtelt der in den USA lebende äthiopische Regisseur Zeitebenen und Schauplätze, blickt nicht nur auf seine Heimat, sondern beleuchtet auch die Situation afrikanischer Migranten in Europa. Facettenreich wird „Teza“ dadurch und vermittelt eindringlich die Heimatlosigkeit des zwischen Afrika und Europa pendelnden Protagonisten. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass aufgrund der Handlungs- und Themenfülle vieles bruchstückhaft bleibt und nur oberflächlich abgehakt wird.