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Eigenheiten ei­ner schönen Blon­dine - 18/20

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Das jüngste Opus dieses Methusalems des Films

In „Eigenheiten einer schönen Blondine“ verknüpft Altmeister Manoel de Oliveira zwei Zeitebenen über ein Jahrhundert hinweg.

Von Matthias Greuling

Der Anzug sitzt immer perfekt, wenn Manoel de Oliveira zu den Premieren seiner Filme kommt. Dazu ein Hut, den er zieht, wenn Damen anwesend sind. Mit einem charmanten Lächeln, dem Lächeln eines kleinen Jungen. Den Gehstock trägt er erst seit ein paar Jahren, aber er benutzt ihn kaum als Stütze, vielmehr, um damit lustige Späße für die Fotografen zu machen.

Mit 101 Jahre Filme machen

Manoel de Oliveira, 1908 im portugiesischen Porto geboren, ist mit seinen 101 Jahren der älteste aktive Filmregisseur der Welt. Seine Geschichten inszeniert er sehr theatralisch, oft in historischem Dekor, mit großem Ernst einerseits, mit einer kindlich-naiven Ironie andererseits. Jedes Jahr bringt Oliveira einen neuen Film zu den internationalen Festivals, so, als wären diese Filme seine Überlebensstrategie – sie halten ihn am Leben.
Bevor Oliveira in Cannes dieses Jahr sein allerneuestes Werk präsentieren wird, kommt in Österreich sein jüngster Film ins Kino: In „Eigenheiten einer schönen Blondine“, 2009 bei der Berlinale vorgestellt, verknüpft Oliveira zwei Zeitebenen miteinander: Zwischen Computerzeitalter und Fin de Siècle pendelt sein Sujet, die Adaption einer Erzählung von Eça de Queiroz.

Computerzeitalter – Fin de Siècle

Der Buchhalter Macário verliebt sich in eine junge Blondine, auch, weil sie den chinesischen Fächer, mit dem sie sich Kühlung verschafft, auf so unvergleichliche Weise hält. Er umschwärmt sie und macht gar ihrer Mutter die Aufwartung – doch trotz der Einwilligung zur Heirat verhindert das Schicksal, dass er die junge Frau ehelichen kann: Macário verliert sein Vermögen, weil er für die Schulden eines Freundes gebürgt und sich dieser ins Ausland abgesetzt hat.
Oliveira geht es in „Eigenheiten einer schönen Blondine“ um Verdruss, der von Umständen herrührt, die scheinbar nicht beeinflussbar sind. Das Böse ist das Hindernis auf dem Weg ins Glück, aber man muss es akzeptieren, wie es ist.
Eine Weisheit, die klingt wie ein Lebensresümee des greisen Regisseurs, der sich auch in seiner neuen Inszenierung nicht resignativ, sondern gewohnt ironisch gibt. Er zieht hier sogar vor dem Bösen seinen Hut.


Eigenheiten einer schönen Blondine (Singularidades de uma rapariga loura)
P/F/E 2009. Regie: Manoel de Oliveira. Mit Ricardo Trêpa, Catarina Wallenstein. Verleih: Stadtkino. 64 Min.
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