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Cheyenne - 01/2012

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Gruftie sucht Nazi-Schergen

„Cheyenne – This must be the Place“: eine kongeniale Filmzusammenarbeit |
von Sean Penn mit dem italienischen Regisseur Paolo Sorrentino.

Von Otto Friedrich

Zuletzt hatte Sean Penn im Cannes-Siegerfilm „The Tree of Life“ auf sich aufmerksam gemacht. Gar nicht zu reden von seinem Bravourstück als Harvey Milk im Biopic über den ersten offen schwulen Politiker der USA (2008, Oscar für besten Hauptdarsteller). Nun schließt der vielseitige Schauspieler mit „Cheyenne – This must be the place“ nahtlos daran an. Gleichzeitig stellt dieser Film die erste englischsprachige Arbeit des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino („Il Divo“) dar: Das Gespann Penn-Sorrentino erweist sich als kreative Offenbarung. Und sogar eine Nebenrolle wie Penns Film-Ehefrau ist mit Frances McDormand höchstkarätig besetzt (und hält, was der Cast verspricht).
Auch wenn es sich bei „Cheyenne“ um Fiktion und nicht um ein Biopic handelt, legt Penn seine Rolle so realistisch an, dass man weiß, er erzählt von einem wirklichen Leben: Cheyenne ist ein alternder Rockstar, der sich mitten in seiner Karriere mit Ehefrau Jane Frances nach Dublin zurückgezogen hat und dort in jahrzehntelang kultiviertem Selbstmitleid lebt. Er toupiert, schminkt und kleidet sich trotz seiner 50 Jahre immer noch wie ein Gruftie, als der er einst aufgetreten ist. Seelenverwandt ist lediglich die 16-jährige Mary (Eve Hewson), die gleichfalls gruftig unterwegs ist und aus zerrütteter Familie stammt. Als 
Cheyenne erfährt, dass sein Vater in New York im Sterben liegt, fährt er – obwohl er seinen alten Herrn seit über 30 Jahren nicht gesehen hat, an den Hudson. In bizarrem Outfit, nur mit einem Trolley-Koffer und einer CD der Band „The Pieces Of Shit“ als Gepäck macht er sich auf den Weg.

Filmmusik vom „Talking Heads“-Gründer

Cheyenne kommt zu spät. Sein Cousin Richard, ein orthodoxer Jude, erzählt ihm an der Leiche des Vaters, dass dieser sein Lebtag lang seinen einstigen Peiniger im KZ, das er gerade noch überlebt hat, gesucht hat. Cheyenne macht es sich zur Aufgabe, diesen Aloise Lange, der hoch in den 90ern noch leben soll, zu suchen. Das sich daraus entwickelnde Roadmovie wird für Cheyenne zu einer Spurensuche – nach dem schon lang verlorenen Vater ebenso wie nach sich selbst. Cheyennes Vater wollte seinen Folterknecht, wenn er ihn denn gefunden hätte, zur Strecke bringen. Dieses Anliegen macht der Sohn zu seinem eigenen. Eine berührende Selbstfindungsgeschichte entwickelt sich
Regisseur Paolo Sorrentino gibt hier eine Probe seines Könnens ab, die auch in der US-Independent-Szene reüssieren kann. Hinzu kommt die kongeniale Filmmusik von „Talking Heads“-Gründer David Byrne, der mit seinem alten Hit „This Must Be The Place“, der dann auch den Filmtitel bildet, selber einen Auftritt im Streifen hat.
Vollblut-Schauspieler Sean Penn scheint hier einmal mehr im Zenit seines Könnens. Dazu die Vollblutmusik. Was will der Kinogeher mehr?


Cheyenne – This must be the Place
I/F/IRL 2011. Regie: Paolo Sorrentino.
Mit Sean Penn, Frances McDormand, David Byrne, Eve Hewson, Judd Hirsch.
Filmladen. 118 Min.
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