ro ro

Navigation
Literaturkritik | Filmkritik | Dossiers | Suchen
You do not have permission to download files

Barbara - 11/2012

Herunterladen
Überdeutlich und melodramatisch

Von Alexandra Zawia

„Barbara“ ist eine verschlossene Frau. Sie wurde aus der Berliner Charité in ein Provinzkrankenhaus strafversetzt. Sie traut keinem, darf keinem trauen, 1980, in der DDR. Christian Petzolds neue Arbeit ist ein Historienfilm über eine Existenz im Spitzelstaat zwischen Misstrauen und Anteilnahme, Freiheit und Verantwortung, Flucht und Widerstand. Als Westler erzählt er eine Ost-Geschichte als großes Melodram. Nina Hoss ist Barbara, ihr Gesicht wie immer vielschichtige Projektionsfläche. Sie soll sich nicht so separieren, rät ihr der Arztkollege (Ronald Zehrfeld), der sich ebenso zu ihr hingezogen fühlt, wie sie sich zu ihm. Barbara hat einen Ausreiseantrag gestellt, also wird ihre Privatsphäre vom örtlichen Stasi-Mann und seinen Leuten verletzt. Petzold inszeniert ruhig und aus dem Detail; gedeckte Farben, stürmischer Wind, die schäbige Wohnung, das Auto, das still vor dem Fenster parkt.
Überlegte Kamerapositionen, kalkulierte Reduktion sollen hier jenen Zustand zwischen Trance und Überwachheit widerspiegeln, den das System kreierte. Doch Petzold ebnet den doppelten Boden durch dialogische Grobdeutlichkeiten und melodramatische Wendungen, die alles restlos aufgehen lassen. 22 Jahre nach dem Mauerfall mag dieser Film ein Gewinn fürs polithistorische, deutsche Thema sein, für Petzolds typisch rätselhaftes Kino aber ist er ein Verlust.


Barbara
D 2012. Regie: Christian Petzold.
Mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Jasna Fritzi Bauer.
Stadtkino. 105 Min.
You do not have permission to download files


DownloadsII 5.0.4 by CyberRanger & Jelle
Based on ecDownloads 4.1 © Ronin



Powered by vBulletin® Version 3.6.5 (Deutsch) | Copyright ©2000 - 2005, Jelsoft Enterprises Ltd.
ro
ro ro
Werbung
  13:22:47 07.20.2005