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Das Schicksal ist ein mieser Verräter - 01/2013

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Liebe in Zeiten der Krankheit

Von Franz Lettner

Die Jugendliteratur ist voller Liebesgeschichten – das liegt am Alter der Figuren in den Büchern wie an dem der Leser derselben. Alle sind sie gewöhnlich in einer Lebensphase, in der für große Gefühle viel Raum und für Zynismus zu wenig Lebenserfahrung vorhanden ist. Weil die meisten derartigen Liebesgeschichten aber entweder zu romantisch sind (mit Hang ins Dunkle oder Flache), zu problemlastig (mit pädagogischem Touch) oder aber zu belanglos, ragt „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, der neue Roman des amerikanischen Autors und Bloggers John Green, wie ein Solitär aus der Masse heraus.

Radikale Fragen

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei ganz außerordentliche Bewohner der „Krebsrepublik“: Hazel hat Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge, ihr Leben verdankt sie schon drei Jahre lang einem Medikament und der Sauerstoffflasche, ihrer ständigen Begleiterin. Und Augustus hat nur mehr ein Bein. Sein Osteosarkom hat zwar gute Heilungschancen, aber schon von ihm abgebissen, um zu kosten: „Dann, wenn du ihm schmeckst, holt es sich den Rest.“ Kein Wunder, dass die beiden die Fragen nach der Liebe, dem Sinn des Lebens und dem Bösen in der Welt noch dringlicher und radikaler stellen, als wache Jugendliche das ohnehin immer tun. Und kein Wunder auch, dass sie sich ineinander verlieben.
Neben ihrer Erfahrung mit einer Krankheit, deren Geschäft das Wachstum ist, und all den mit ihr verbundenen Nebenwirkungen: Isolation, Schmerz, Angst, Depression, die ständig wechselnde Besetzung der Selbsthilfegruppe …, verbindet sie auch ihre Leidenschaft für Sprache und Literatur. Um den (fiktiven) Autor ihres Lieblingsbuches zu treffen und von ihm Antworten zu bekommen, reisen Hazel und Gus schließlich nach Amsterdam.
Sie kommen in der Stadt von Anne Frank zwar einander und der Schönheit der Welt so nahe, wie es möglich ist: „Und so fielen wir ineinander wie das entzweite Haus, das allein nicht stehen konnte, glorreiche, verdammte Liebende, die wir waren.“ Aber ihre so dringlichen Fragen will oder kann ihnen der Autor nicht beantworten. In der Literatur ist die Erlösung nicht zu finden. Und die Welt kann noch so schön sein, eine Wunscherfüllungsmaschine ist sie nicht, nicht für uns und schon gar nicht für die Bewohner der Krebsrepublik.

Überraschende Leichtigkeit

Mit intelligentem Witz, literarischem Anspielungsreichtum, Mut zu großen Gefühlen und einer überraschenden Leichtigkeit, die noch schwerer wiegt angesichts des harten Schicksals der Helden, ist dem jungen Autor der Jugendroman des Jahres gelungen. Nicht nur für jugendliche Leser.


Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Von John Green
Aus dem Engl. von Sophie Zeitz
Hanser 2012
288 S., geb., 
e 17,40
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