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Der Zurückgekehrte - 45/2012

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Innen und Aussen

Peter Simon Altmann lässt sich von fernöstlicher Kultur inspirieren.

Von Andrea Edl

„Worauf richte ich eigentlich meine Aufmerksamkeit, wenn ich die Natur betrachte? – Letztendlich suche ich in der Landschaft doch nur mich selbst.“ Es geht um die Wahrnehmung seiner selbst und der Welt und um die fehlende Übereinstimmung zwischen Innen und Außen, dessen sich der haltlose, bindungsunfähige Protagonist dieser Erzählung durch seine Beschäftigung mit der Übersetzung der Werke des japanischen Schriftstellers Kunikida Doppo bewusst wird.
Schon wie bei seinem ersten Prosawerk „Der Zeichenfänger“ (2006) verleiht der Salzburger Schriftsteller Peter Simon Altmann der getriebenen Sinnsuche seiner intellektuellen Romanfigur Ausdruck. Wieder merkt sein Protagonist schnell, dass weder scharfsinniges Philosophieren, noch akribische Beobachtung äußerer Begebenheiten dauerhafte Linderung von seiner inneren Zerrissenheit und rastlosen Getriebenheit bringen. War es im „Zeichenfänger“ ein Sprachwissenschaftler, so ist es nun ein Übersetzer des Japanischen, der sich in einem Zwischenraum befindet: zwischen der westlichen und der fernöstlichen Kultur.

Verbundenheit mit der Welt

Der Übersetzer, nach einem längeren Ostasienaufenthalt wieder nach Österreich zurückgekehrt, versucht seiner inneren Unruhe und vermeintlichen Nichtzugehörigkeit vornehmlich durch ausgedehnte Spaziergänge durch Salzburg und dessen Umgebung zu entfliehen.
Die Auseinandersetzung mit der chinesischen Landschaftsmalerei, in welcher es um die Auflösung der Subjekt-Objekt-Spaltung geht, zeigt ihm einen Weg auf, wieder zum Gefühl der Verbundenheit mit sich und der Welt zu gelangen. Nur das Verharren im Augenblick echten Gewahrseins in der Natur beschert ihm kurze Momente des Aufleuchtens seines wahren Selbst und der vollkommenen Verschmelzung seines Ichs mit dem Objekt seiner Beobachtung.
Altmanns Held leidet unter derselben Problematik wie jener aus Hofmannsthals fiktiven Briefen „Die Briefe des Zurückgekehrten“, die der Autor in eine feinsinnige Sprache kleidet. So verweist er gefühlvoll auf eine durch die fernöstliche Kunst und Kultur verkörperte Alternative zum in der westlichen Welt vorherrschenden Debakel der Subjekt-Objekt-Spaltung, um „endlich wieder von etwas richtig ergriffen zu werden“, die Membran durch das Staunen endlich zu durchbrechen.


Der Zurückgekehrte
Von Peter Simon Altmann

edition laurin 2012.112 S., geb., e 15,90
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