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Auf der anderen Seite - 40/2007

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Deutsch wie Türkisch
„Auf der anderen Seite“: Regisseur Fatih Akin setzt sich grandios mit den beiden
Kulturen auseinander, die auch seine Biografie bestimmen.
Von Otto Friedrich

Yeter, eine türkische Prostituierte in Hamburg. Ihre Tochter Ayten, die in der Türkei lebt und nichts von der Profession ihrer Mutter weiß. Ali, ein alter Türke in Deutschland, der Yeter und mit ihr ein wenig Glück zu kaufen sucht. Sein Sohn Nejat, der Germanistik an einer deutschen Universität unterrichtet. Ayten – zu Hause wegen politischer Aktivitäten verfolgt – in Deutschland, auch um nach ihrer Mutter Yeter zu suchen. Die junge Türkin und die deutsche Studentin Lotte – ein Liebespaar. Lottes Mutter …
Sechs Schicksale zwischen Deutschland und der Türkei erzählt Fatih Akin in seinem neuen Film „Auf der anderen Seite“, bei dem man, nach allerlei tragischer Wendung alle überlebenden Protagonisten in der Türkei wiederfindet. Kunstvoll hat der deutsch-türkische Regie-Jungstar Akin die Geschichte dreier Familien zwischen Deutschland und der Türkei miteinander verwoben, die einander an verschiedenen Kreuzungspunkten des Lebens berühren, aber von den Verstrickungen der Familien ineinander nichts oder kaum etwas ahnen. Die dramaturgisch raffiniert gebaute Filmerzählung ist aber bloß das Handwerkszeug, mit dem Akin („Gegen die Wand“) die Entfremdung und Verschränkung zweier Kulturen darstellt.

Dass Türken auch in der zweiten Generation in Deutschland noch nicht angekommen sind, ist das eine Thema. Das bedeutet längst nicht, dass sie in der Türkei zu Hause wären. Und dazwischen ein urdeutscher Tochter-Mutter-Konflikt, in der vor allem die Darstellung von Lottes Mutter durch Hanna Schygulla durch und durch besticht. An die deutsche Charakterschauspielerin kommt im Film nur nur Baki Davrak („Lola und Bilidikid“, 1999) heran, der den Deutschtürken Nejat spielt.
Doch nicht nur um die wechselseitige Fremdheit zusammenlebender Kulturen ist es Fath Akin zu tun. Einmal mehr gelingt dem jungen Regisseur der Blick aufs Land seiner Vorfahren: Ein in Deutschland aufgewachsener „Landsmann“ filmt die Türkei. Die Perspektive von Verwurzelt- wie Entwurzelt-Sein verhilft zu einem faszinierenden Blick auf das große magische Land, in dem der Orient und der Westen so aufeinander prallen.


Auf der anderen Seite
D/TK 2007.
Regie: Fatuh Akin.
Mit Baki Davrak, Hanna Schygulla, Nürgülyesilcay.
Verleih: Filmladen. 122 Min.
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