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Der amerikanische Architekt - 23/2013

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Wem gehört die Trauer?

Amy Waldman erzählt mehr als den Streit über ein 9/11-Denkmal.

Von Brigitte Schwens-Harrant

New York, zwei Jahre nach dem Terroranschlag, der als „9/11“ in die Geschichte einging: Eine Gedenkstätte soll an jenem „Ground Zero“ entstehen, wo so viele ihr Leben verloren haben: Amerikaner und Nichtamerikaner, Christen, Moslems, Juden und Ungläubige, legal in Amerika Arbeitende und Illegale. Gedenkstätten brauchen Jurys und diese tagt und entscheidet sich schließlich für den Vorschlag, einen Garten zu errichten: ein lebendiges Denkmal also. Als das Geheimnis gelüftet wird, wer den Entwurf eingereicht hat (es sollte anonym geschehen), sind die Juroren entsetzt: Mohammed Khan heißt der Schöpfer dieser Idee. Kann so etwas den USA zugemutet werden? Dass die 9/11-Gedenkstätte akkurat von einem Muslim entworfen wurde? Schon melden sich die ersten Gegenstimmen, die ersten Versuche, die Entscheidung als gar nicht erst gefallen darzustellen …

Spielball der Interessen

Die Journalistin Amy Waldman nimmt in ihrem Roman „Ein amerikanischer Architekt“ eine brisante Frage als Ausgangspunkt. Immer offensichtlicher wird, dass es nicht so sehr um das Gedenken an die Opfer geht, sondern um politische und ideologische Machtkämpfe. Amy Waldman schreibt in vielen Dialogen über die Versuche, Menschen zu beeinflussen. Es könnte sich genauso zugetragen haben. Politiker, Journalisten, Religions- und Opfervertreter – jeder hat hier sein Interesse.
Der „amerikanische Architekt“ Mohammed Khan, bisher Mo genannt, bisher auf der Karriereleiter nach oben unterwegs, bisher nicht an Religion interessiert: Er ist nun kein Individuum mehr, sondern ein Spielball. Egal, ob er sich einen Bart wachsen lässt oder sich rasiert: Den einen ist er nicht religiös genug, für die anderen ist er nur Vertreter des Islam. Und mit der Witwe, die bei dem Anschlag ihren Mann verloren hat, als Illegale aber nicht im Rampenlicht stehen darf, führt Waldman noch eine Stimme hinzu, die einmal mehr zum Opfer wird.


Der amerikanische Architekt
Roman von Amy Waldman.
Übersetzt von Brigitte Walitzek
Schöffling 2013. 512 S., geb., € 25,70
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