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Lügen auf Kubanisch - 26/2013

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Das Chaos Leben als kubanische Episode

„Lügen auf Kubanisch“: Der Film des kubanischen Regisseurs Daniel Díaz Torres ist die erste Koproduktion zwischen Österreich und Kuba.

Von Werner Hörtner

Die Verbindung des Regisseurs Díaz Torres mit Österreich ist eng und währt schon viele Jahre. Entstanden ist sie über Helmut Groschup, den Gründer und Leiter des Internationalen Filmfestivals in Innsbruck. Der Kubaner war auch schon öfters und teilweise länger in Tirol zu Gast.
„Zuerst erregte der Film schon beim Filmfestival im Dezember letzten Jahres in Havanna großes Aufsehen, dann lief er im Jänner und Februar sehr erfolgreich in der Hauptstadt und kam anschließend in die Provinzen. Es war der Film mit dem größten Publikumsandrang in der letzten Zeit. Dabei spielt wohl die Hauptdarstellerin Laura de la Uz eine große Rolle, aber offenbar gefällt den Menschen auch diese Art von ‚Bitter & sweet comedy‘“, erzählt der Regisseur.

Roter Faden Prostitution

„La pelicula de Ana – Annas Film“ – so der Titel im Original – ist die Geschichte einer Schauspielerin, die sich mit wenigen und schlecht bezahlten Aufträgen durchs Leben plagt. Da erhält sie von einem ausländischen Filmteam, das einen Dokumentarfilm über Prostitution in Kuba dreht, die Hauptrolle. Annas Wesen und Charakter verschmelzen aber derart mit ihrer Rolle, dass diese nicht nur eine überwältigende Glaubwürdigkeit erhält, sondern die ganze Geschichte in 
enorme Turbulenzen gerät.
Díaz Torres: „Laura de la Uz hat sicherlich einen großen Anteil am Triumph des Films, weil sie ihre Rolle so überzeugend, so wirklichkeitsgetreu darstellt. “
Das Thema Prostitution zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, und die Protagonistin steht mit ihrer überzeugenden Darstellungskunst immer stärker im Mittelpunkt des Films. Was nicht nur die Geschichte in ein totales Chaos abgleiten lässt, sondern auch Annas reales Leben. In das sich nun auch der – vom Österreicher Michael Ostrowski gespielte – ausländische Dokumentarfilmer einmischt, als er sich in die Hauptdarstellerin seines Films verliebt. Die Schauspielerin Anna, die sich dem europäischen Filmerteam ja als „echte“ Prostituierte präsentiert hat, kann ihre Täuschung nur mit einem immer noch komplizierter werdenden Lügengebäude aufrechterhalten. Daher auch der Titel des Films.

Menschen stürmen Kinosäle

„Bitter-süße Komödien“ spielten in der Laufbahn des kubanischen Regisseurs immer schon eine Rolle. Das größte Aufsehen erregte er mit seiner Version von „Alice im Wunderland“, in der er die der Revolution sich mehr und mehr entfremdende Realität in Kuba auf die Schaufel nimmt. Als die Menschen die Kinosäle stürmen – in vier Tagen sehen an die 100.000 Menschen die bitterernste Satire –, schreitet die Zensurbehörde ein und verbietet den Film. Ein Verbot, das heute noch aufrecht ist. Ob sich die Situation in Kuba seit 1991, als „Alice“ in die Kinos kam, wesentlich verändert hat? Díaz Torres: „Ich glaube, die Welt hat sich inzwischen geändert, und auch unsere Insel. Sie ist im Jahr 2013 nicht mehr dieselbe wie 1991. Es hat viele Veränderungen gegeben. Vor allem positive, das heißt aber nicht, dass diese nicht Schwierigkeiten beinhalten und auch negative Aspekte. Meiner Meinung nach hätten diese Änderungen schon viel früher stattfinden sollen.“


Lügen auf Kubanisch (La pelicula de Ana)
Kuba/A 2012. Regie: Daniel Díaz Torres. 

Mit Laura de la Uz, Yliet Cruz, Michael Ostrowski, Tobias Langhoff.
Filmladen. 99 Min.
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