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Alle Welt - 40/2013

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Atlas für Entdecker

Von Heidi Lexe

Wer den Namen Atlas trägt, hat schwer zu tragen: Sowohl der Titan aus der Mythologie, der die Weltkugel stemmt, als auch jener Halswirbel, der die körperliche Last des Kopfes trägt – und damit die „Last“ der je individuellen Welt der Gedanken und Assoziationen. Entsprechend gewichtig zeigt sich auch dieser Atlas. Als wäre er aus dem Schiffsbauch einer Fregatte alter Entdecker geborgen, breitet das kartografische Schmuckstück handgezeichnetes Kartenmaterial großformatig auf scheinbar vergilbtem Papier aus und ermöglicht es, mit kindlich-naivem Blick durch „Alle Welt“ zu navigieren. Mit jedem Umblättern entspinnen sich Expeditionen, die Bekanntes und durchaus Konventionelles mit der Exotik neu zu erforschender Gebiete verbinden. Beginnend im hohen Norden Islands wurde für alle fünf Kontinente eine Länderauswahl getroffen, die (der Zielgruppe entsprechend) für Europa natürlich entsprechend üppiger ausfällt.

Größenordnungsanarchie

Eine vorangestellte Übersichtskarte verortet die jeweiligen Nationen und präzisiert geografische Relationen. Denn danach herrscht (trotz Maßstabangabe) herrliche Größenordnungsanarchie. Die Ausbreitung der einzelnen Länder über je eine Doppelseite schafft Platz für zahllose Bildminiaturen, mit deren Hilfe kunst- und kulturgeschichtliche Besonderheiten mit Landschaftsformationen sowie einer Fülle an Einblicken in die Fauna und Flora kombiniert werden. Die kroatische Bergsingzikade findet hier Platz neben der Gusla (traditionelles Streichinstrument), die Brücke am Kwai im Westen Thailands neben Ananas, Chili und Kautschukbaum. Beliebte nationale Sport- und Freizeit-aktivitäten werden an die Seite ethnologischer Aspekte und berühmter Künstler, Wissenschaftler und Aktivisten gestellt.

Von Tutu bis Don Quichotte

So findet Desmond Tutu Platz neben „Buschleute(n) vom Volk San“ und den Verweisen auf Cricket und Rugby, während Sigmund Freud seinen Blick gnädig vom Tafelspitz ab und dem Schneeschuhlaufen und Rodeln zuwendet. Don Quichotte und Sancho Panza hingegen reiten förmlich auf die spanischen Tapas-Häppchen zu, denn natürlich kommt den jeweiligen kulinarischen Verlockungen der Länder umfassende Bedeutung zu. His-torische und gesellschaftspolitische Hie-rarchien scheinen aufgelöst, wenn jeweils zwei Kinder mit exemplarischen Namen den kurzen Angaben zur Seite gestellt werden, die den Ländernamen in seinen entsprechenden Varianten, Hauptstadt, Fläche und Einwohnerzahl, gesprochene Sprachen und Landesflagge umfassen. Eine Parade der Flaggen aller Länder dieser Welt rundet das kartografische Schauerlebnis ab. Wer da Einsiedlerkrebs sein will, ist selber schuld!


Alle Welt
Das Landkartenbuch Von Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizieliński
Aus dem Polnischen von Thomas Weiler
Moritz 2013 
112 S., geb., € 26,80
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