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Die chinesische Dame - 45/2013

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China, Tirol, Teddybären

Gerhard J. Rekels Krimi erzählt von Wahrheit, Lüge und kulturellen Unterschieden.

Von Beatrix Kramlovksy

Die Achse China – Tirol, vor allem in Verbindung mit einer Filzteddybärenproduktion, bildet in Gerhard J. Rekels Krimi den farbigen Hintergrund für ein Liebesdrama mit Familienlügen und krimineller Energie, das seinen Höhepunkt in der Ermordung eines Firmenchefs und einem Suizid findet.
Christian ist ein arbeitsloser Architekt, der als Werbefachmann mehr schlecht als recht für die Filzfirma seines Vaters werkt. Er ist verlobt, frus-triert, und schiebt ein klärendes Gespräch mit seiner Familie erfolgreich hinaus. Als er Sonja in Tirol vorstellen möchte, wird nicht nur das gestörte Verhältnis zu seinem Bruder Lutz sichtbar. Der Vater erliegt offensichtlich einem Herzinfarkt. Das gesamte Umfeld übt sich in Wegschauen und Schweigen. Nur Christian, den der Geschäftsbesuch einer chinesischen Dame bei seinem Vater endgültig aus der harmoniesüchtigen Verdrängung reißt, macht nicht mehr mit und wird lästig. Er fliegt sogar der Klientin nach Shanghai nach, sehr zum Missfallen der Tiroler Kripo. China wird für ihn und für seine Familie eine Schnittstelle. Die Wahrheit wird ruchbar. Vor allem jedoch erkennt Christian, dass Lüge und Wahrheit nicht immer Gegenteile sind, dass sie kulturell unterschiedlich interpretiert werden, dass Liebe oft gar nichts damit zu tun hat.

Kurze Szenenaufrisse

Gerhard Rekel ist ein preisgekrönter Drehbuchautor, und das merkt man seinem Krimi an. Wie eine unsichtbare Kamera folgt er seinem Helden, von den fünf Sinnen werden fast ausschließlich nur Sehen und Hören dargestellt. Das führt zu einer gewissen Verflachung der Erzählung, treibt jedoch ihr Tempo voran. In kurzen Szenenaufrissen stolpert sein suchender Held durch eine ihm unverständliche Welt. Rekel weiß genau, wann er einen Cliffhanger setzen muss, an welcher Stelle er einen Dialog abbricht. Am lebendigsten sind die Genrebilder, wenn Christian mit einem zutiefst erschöpften Tiroler Polizisten, mit einem chinesischen Straßenkoch, einem Zuhälter, gekündigten Arbeiterinnen zu tun hat.


Die chinesische Dame
Von Gerhard J. Rekel.
Styria 2013.
256 S., geb., € 19,99
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