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Bagdad Marlboro - 25/2014

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Den Krieg unterbrechen

Von Brigitte Schwens-Harrant

Krieg, immer nur Krieg: Erster Golfkrieg, Zweiter Golfkrieg, Irakkrieg. Auch in der Gegenwart ist der Tod allgegenwärtig in Bagdad: Er „kann an der Haustür ebenso wie auf der Straße zuschlagen, an der Bushaltestelle ebenso wie beim Einsteigen in ein Taxi, auf der Schnellstraße ebenso wie an einem Kontrollpunkt ...“ Najem Wali, 1956 im irakischen Basra geboren, 1980 nach Deutschland geflohen, erzählt in seinem jüngsten Roman „Bagdad Marlboro“ seine Heimat als Hölle. Seine Erzählschleifen führen durch unterschiedliche Zeiten – und immer ist da Krieg, aus dem keiner unverändert zurückkommt.
Der Ich-Erzähler, Tierarzt und Schlachthausdirektor, privilegiert durch seinen Familiennamen, den man aber nie erfährt, entscheidet sich für eine Rolle jenseits der üblichen Alternative zu wählen, „ob man Totschläger oder Totgeschlagener sein will“, nämlich für jene des Zeugen. Und wendet sich daher an Bradley Manning, jenen amerikanischen Soldaten, dem in den USA der Prozess gemacht wurde, weil er Informationen über die Verbrechen ausländischer Truppen im Irak veröffentlicht hatte.
„Jawohl, lieber Freund, das ist meine Rolle: Ihnen alle Geschichten zu erzählen ... Vergangene Geschichten und künftige: die Geschichte von Daniel Brooks und diejenige von Salmân Mâdi und David Barbiero; die Geschichte des irakischen Bataillons, dessen Soldaten in der Wüste von Hafar al-Bâtin bei lebendigem Leibe begraben wurden, verscharrt und zugedeckt von den Bulldozern der Marines; die Geschichte der neunundzwanzig oder dreißig amerikanischen Gefangenen …, die Beute des irakischen Bataillons aus der Schlacht von Chafadschi, bevor es sich erfolgreich von dort zurückzog; sie alle starben durch das Maschinengewehr eines mörderischen Obersts; ... die Geschichte von den Feldern des Todes im Norden und im Süden des Irak; die Geschichte Bagdads, niedergetrampelt von den Stiefeln der Marines und Mördern und Räubern zum Fraß überlasssen ...“ Walis Roman erzählt von Schuld und vom Zerbrechen am Erlebten, von realen Ereignissen. „Die Wirklichkeit stellte jede Phantasie in den Schatten.“


Bagdad Marlboro
Ein Roman für Bradley Manning.
Von Najem Wali.
Deutsch von Hartmut Fähndrich
Hanser 2014
352 S., geb., € 22,60
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