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Einer nach dem anderen (Kraftidioten) - 47/2014

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Fargo anno 2014 liegt in Norwegen

„Einer nach dem anderen“: Stellan Skarsgård und Bruno Ganz brillieren in Hans Petter Molands schwarzem Nordland-Rächerdrama.


| Von Otto Friedrich

Dass arktische Temperatur gepaart mit mehr oder weniger vierschrötigen Protagonisten eine Orgie an Blut hervorbingen kann, wissen wir spätestens seit dem filmischen Provinzmassaker „Fargo“, mit dem die Coen-Brüder das Kinopublikum belustigten. Die beide Fixsterne am Hollywood-Himmel trugen bekanntlich auch mit ihrem Oscar-Abräumer „No Country For Old Men“ ordentlich dazu bei, dass Rächer wie der mit Schlachtschussapparat ausgerüstete Chigurh und die darob folgenden Blutbäder nicht von der Leinwand verschwinden. Und, ach ja, da erinnert man sich auch noch an Jules, den Gangster aus Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“, der mit einem Ezechiel-Zitat von einem Gott der Rache unbotmäßige Kleinkriminelle dahinmäht – auch dabei halten sich zarter besaitete Zuschauer die Hände vors Gesicht, auf dass sie nicht von den Blutfontänen auf der Leinwand bespritzt werden.
Der norwegische Regisseur Hans Petter Moland („Ein Mann von Welt“) hat seine 
Coen-Brüder-Filme und seine Tarantinos zweifelsohne gesehen. Und setzt ihnen nun mit „Einer nach dem Anderen“ eine nordeuropäische Paraphrase nach. Und was für eine!
Nils Dickman ist ein geachteter Bürger eines norwegischen Dorfes. Soeben haben ihn, den Zuwanderer aus Schweden, die Mitbürger zum „Bürger des Jahres“ gewählt. Und Nils hat auch eine verantwortungsvolle Tätigkeit: Er fährt den Schneepflug, mit dem er die Straßen der Umgebung befahrbar hält – und ist so verantwortlich dafür, dass sein Dorf nicht vom Rest Norwegens abgeschnitten wird, wenn die Winterstürme wüten.

Schneepflugfahrer als Rächer

Doch das beschauliche Leben von Nils wird jäh zerstört, als man seinen Sohn tot auffindet. Überdosis, sagt die Polizei. Mein Sohn war kein Junkie, ist Nils überzeugt. Und bald kommt er drauf, dass sein Sohn von der Drogenmafia ermordet wurde – er war eher zufällig in ihr Visier geraten …
Nun beginnt ein Rachefeldzug des einsilbigen Mannes, der von außen betrachtet wie eine blutige Fehde unter konkurrierenden Drogenkartellen aussieht. Nils stöbert den Mörder seines Sohnes auf und entlockt ihm vor dessen Exitus noch den Namen des nächsthöheren Auftraggebers. Den behandelt er ebenso – auf diese Weise hantelt er sich bis zum Drogenboss hinauf, der neben seinem „Beruf“ einer veganen Lebensweise frönt und versucht, seinem Sohn im Volksschulalter ein normaler Vater zu sein. Nils’ Aktionen aber führen letztendlich wirklich zum Bandenkrieg, in dem das serbische Kartell mit dem Paten Papa dem einheimischen Drogenbaron den Garaus zu machen sucht.
Zynisch, brutal und ebenso lächerlich wie bizarr ist das Geschehen, Moland ist ein würdiger Nachfolger für die eingangs genannten Vorbilder. Das liegt auch daran, dass er mit Stellan Skarsgård einen Schauspieltitanen für die Hauptrolle und mit Bruno Ganz in der Rolle des Papa einen nicht minder Prominenten gewinnen konnte. Schwarzer Humor vom Feinsten.


Einer nach dem anderen (Kraftidioten)
N/S/DK 2014. Regie: Hans Petter Moland.
Mit Stellan Skarsgård, Bruno Ganz.
Thimfilm. 115 Min.
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