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3 Eier im Glas - 15/2015

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Eine Missgeburt von einem Film

„3 Eier im Glas“: Antonin Svoboda hat sich Dirk Stermann, Christoph Grissemann und Heinz Strunk wieder einmal vor die Filmkamera geholt. Anarchie ist garantiert.

| Von Otto Friedrich

Der eine hat eine Villa im Wiener Cottage, genauer: als Sohn einer entmündig-ten Mörderin verfügt er über deren Domizil und betreibt ein Reisebüro für eher nekrophile Bedürfnisse, das allerdings zurzeit aufgrund behördlicher Intervention zumindest ein Weilchen Pause machen muss. Eigentlich geht es Dragan „Drakul“ Kuhl also gar nicht so gut: Loser Nummer eins.
Loser Nummer zwei ist ein längst in die Jahre gekommener Dressman, der aber immer noch als ergrautes Model mit blond gefärbter Mähne Brötchen zu verdienen sucht: Aber Barney Schweinheimer hat nichts mehr als sein Saxophon – und dieses muss also versetzt werden, auf dass sein Überleben zumindest für ein paar Tage gesichert ist.

Erster, zweiter, dritter Loser

Dumm nur, wenn Barney an den versoffenen Musikalienhändler Michael Kiesel – Loser Nummer drei – gerät, der vom rachsüchtigen Vater im Rollstuhl tyrannisiert wird: Der wird kaum allzu viel Kohle für das Saxophon herauslassen. Zu allem Überfluss ist dieser ebenso unsterblich wie vergeblich in die verkrachte TV-
Seriendarstellerin Heidrun Fröhlich verliebt.
Aber so traurig-trunken Michael auch sein mag: Einen Saxophonkurs für eher einsame Herzen bietet er allemal noch an, sodass Barney und Dragan dort einer gemeinsamen Beschäftigung frönen können. Und als sich das trübsinnige Trio dann noch in Dragan Kuhls Villa breitmacht, kann nur die Entlassung der Mama Kuhl, die einst als „Ribiselmörderin“ in die Kriminalgeschichte eingegangen ist, aus der Verwahrungsanstalt für geistig abnorme RechtsbrecherInnen eine gemeinsame Zukunft gefährden.
Ach ja, da ist noch Richard Song, eine Art in die Jahre gekommener David Alaba, der auch der traurigen Bläsertruppe angehört und dann doch Mamma Kuhl zur Unzeit in die Quere kommt.
Antonin Svoboda hat in „3 Eier im Glas“ zum zweiten Mal (nach „Immer nie am Meer“ 2007) den anarchischen Humor, für den Chris-toph Grissemann (Dragan Kuhl), Dirk Stermann (Barney Schweinheimer) und Heinz Strunk (Michael Kiesel) stehen, zu einem Film gestaltet. Auch ein heimischer Star wie Ursula Strauss ist als Heidrun Fröhlich mit von der Partie, gar nicht zu reden von der mittlerweile 83-jährigen Ingrid Burkhard, die Mama Kuhl geradezu unnachahmlich abgründig gibt.
Wie bei „Immer nie am Meer“, dessen Handlung in einem hängengebliebenen Auto irgendwo im Waldviertel spielt, ist auch Kamera-mann Martin Gschlacht dabei – und einmal mehr gehen die gezeigten Bilder auch bei „3 Eier im Glas“ auf.

Handlung? Fehlanzeige

Die filmische (Handwerks-)Kunst bei „3 Eier im Glas“ besteht einfach darin, das Anarchische des Humors von Stermann & Grissemann dramaturgisch adäquat zu machen. Das heißt, dass alle möglichen Dos and Don’ts filmischer Szenerie nicht gelten – oder diesem Filmteam herzlich wurst sind. Eine konzise Handlung? Fehlanzeige. Spannungsbögen? Detto. Ein tieferer Sinn, abgesehen von Augenblicksklamauk? Schwer zu entdecken.
Das alles bedeutet aber mitnichten, dass „3 Eier im Glas“ eine misslungene Sache wäre. Eine filmische Missgeburt – derartiges Prädikat passt eigentlich viel mehr auf das, was Stermann, Grissemann, Strunk und Regisseur Svoboda hier darbieten.
Wer die beiden Willkommen- Österreicher von ihren dienstäglichen Sottisen her kennt, hätte ja auch gar nichts anderes erwartet.


3 Eier im Glas
A 2015. Regie: Dirk Stermann, Christoph Grissemann, Heinz Strunk.
Regie: Antonin Svoboda.
Filmladen. 92 Min.
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