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Fang den Haider - 22/2015

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Roadmovie-Suche nach Jörg Haider

Dokumentarfilm

| Von Otto Friedrich

Bekannt geworden ist Nathalie Borgers hierzulande bereits vor 14 Jahren, als ihr Dokumentarfilm „Kronenzeitung: Tag für Tag ein Boulevardstück“ Furore machte. Die unbekümmerte und vor allem dadurch entlarvende Darstellung der Welt des Hans Dichand und seiner Zeitung(smacher) sowie der mit ihr verhaberten Politik, ist längst Kult. Die Eigner der Kronen Zeitung waren offensichtlich damit erfolgreich, dass der ORF den von ihm mitproduzierten Film nicht sendete …
Nun hat sich Nathalie Borgers, die Belgierin, die jedenfalls zeitweise in Österreich lebt, erneut des österreichisch-politischen Lokal-kolorits angenommen: In ihrem Dokumentarfilm „Fang den Haider“ begibt sie sich auf die Spurensuche nach dem 2008 verunglückten Politiker, der wie keiner zuvor Österreich durcheinandergewirbelt hat.
Als „Road Movie“ tituliert die Filmemacherin ihren Versuch, dem Phänomen Haider nachzuspüren. Und als Reise quer durch Öster-reich und Kärnten ist der Film ebenso angelegt wie als subjektive Wahrnehmung. Das alles hat seinen Reiz, zumal der Blickwinkel von außen, aber doch nicht ganz von außen, die nötige – erfrischende – Distanz schafft.
Borgers lässt den Zuschauer teilhaben an ihrer Recherche, Gesprächspartner (etwa Stefan Petz-ner, dessen Lebensmensch der Jörgl 
bekanntlich war …) um Gesprächspartnerin verweigern sich der Regisseurin, weil sie nicht in einem „linken“ Film, der das Andenken an den großen Bärentaler beschmutzen könnte, mittun wollen.

Zeithistorische Nachhilfe

Aber man kann Borgers sicher nicht vorwerfen, dass sie einen „linken“ Film gemacht hätte, obwohl sie keinen Zweifel daran lässt, dass sie weder mit Rechtspopulismus noch mit anderen Umtrieben à la Haider etwas am Hut hat. Aber sie erzählt viele Facetten vor allem aus dem politischen Leben Haiders – auch, dass er, bevor Bundespräsident Klestil die schwarz-blaue Koalition vereidigte, Haider eine Präambel unterzeichnen musste, wo er sich auf demokratische und europäische Werte verpflichtete. Mit Recht fragt Borgers, warum bei den Rechtspopulisten dieser Tage – Marie Le Pen, Viktor Orbán, Geert Wilders etc. – keinerlei strenge „Auflagen“ gemacht werden wie bei Haider anno 2000.
Die Filmemacherin versucht auch herauszuarbeiten, ob Haider als Vorreiter des europäischen Rechtspopulismus gelten kann oder doch ein primär österreichisches Phänomen sei. Und für den gelernten Österreicher, der sich tagtäglich mit Horrormeldungen rund um die Hypo-Alpe-Adria herumschlagen muss, gibt dieser Film mehr als zeithistorische Nachhilfe, woher diese Malaise vor allem rührt.


Fang den Haider
A/D 2015. 
Regie: Nathalie Borgers.
Filmladen. 90 Min.
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