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A Royal Night - 40/2015

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Königliche Hoheiten Auf Lepschi

„A Royal Night“: Julian Jarrold, bislang als Queen-Victoria-Verfilmer bekannt, lässt es in Britanniens Herrscherhaus anno 1945 krachen.


| Von Otto Friedrich


Siebzig Jahre Kriegsende wurde (und wird) europaweit gefeiert. Das mag auch zu allerlei filmischen Projekten Anlass geben. Darunter sticht wohl Julian Jarrolds „A Royal Night – Ein königliches Vergnügen“ her-aus, das natürlich auch zum königlichen „Rekord“ den die Queen heuer erreichte, passt: Sie überrundete bekanntlich vor wenigen Tagen ihre Ururgroßmutter Victoria und ist somit die am längsten amtierende Regentin im Vereinigten Königreich. Dies im Auge habend, muss man nicht nur den hehren VE-Day – Victory-in-Europe-Day, jenem 
8. Mai 1945, als der Waffenstillstand mit dem kapitulierten Deutschen Reich in Kraft trat, im Auge haben.

Eine royale Screwball-Komödie

Aber Elizabeth II., die als in Konventionen verhaftet wahrgenommene heutige Queen war auch einmal jung – Lilibeth eben. Und 1945 zählte sie 19 Lenze, ihre lebenslustige Schwester Margaret war mit 14 überhaupt noch mitten in der Pubertät. Aus dieser Konstellation kreiert der Film eine königliche Screwball-Komödie, in der nämlich die beiden Prinzessinnen für eine Nacht der gestrengen Königin Elizabeth und dem stotternden König George VI. entfleuchen und sich inkognito ins feiernde Britenvolk werfen.
Historisch hat das alles nicht so stattgefunden, denn die beiden Prinzessinnen nahmen am 8. Mai 1945 zwar an einer Sieges-party in einem Hotel teil – aber das war es auch schon. „A Royal Night“ imaginiert da etwas anderes, zu sehr lag den Drehbuch-autoren Trevor de Silva und Kevin Hood daran, eine umgekehrte Aschenputtel-Geschichte in Gang zu bringen. Und es gelingt dem Film unter der Regie von Julian Jarrold, der ja längst als cineastischer Experte fürs viktorianische Britannien („Geliebte Jane“ 2007, „Wiedersehen mit Brideshead“ 2008) ausgewiesen ist, dies voll und ganz glaubhaft zu machen.

Brave Lilibeth, wilde Margaret

Vielleicht mit der Ausnahme, dass die wilde Margaret in „A Royal Night“ doch um einiges älter scheint als die 14 Jahre, die ihr die Historie anno 1945 zugedacht hat. Aber das ist wohl der Dramaturgie des Filmes geschuldet, welche die brave Lilibeth (und heutige Queen) nur ein wenig ausflippen lässt, die später als schwarzes Schaf des Buckingham-Palasts in die Annalen eingegangene Schwester aber doch schon in diesem Setting solches vorwegnehmen musste.
Königin Elizabeth, so der Film, war ja wirklich not amused, als die Töchter mit dem Ansinnen kommen, sich einmal eine Nacht lang unter den Londonern umzutun. Aber Papa König erlaubt es – und so bewegen sich die Königlichen Hoheiten unter der Obhut zweier schnell rekrutierter schneidi-ger Jungoffiziere durchs gewöhnliche Volk.
Wie man sich vorstellen kann, lassen die beiden Dragoner als Wächter der Prinzessinnen aus, Lilibeth und Margaret werden getrennt – um dann am Ende der Nacht, spät, aber wundersam wieder zusammenzufinden. In der Zwischenzeit benimmt sich Margaret ordentlich daneben, während Lilibeth, die künftige Queen, an der Hand des vom Krieg gezeichneten, aber ebenso hübschen wie proletarischen Bomberpiloten Jack etwas von des Volkes Nöten und damit vom Leben in dem damals noch existierenden Empire erfährt.
Man kann von jener Zeit auch leichtfüßig erzählen – das ist das Hauptverdienst dieser Inszenierung Julian Jarrolds. Dass die filmische Rechnung aufgeht, verdankt „A Royal Night“ wesentlich der Darstellung der 27-jährigen Kanadierin Sarah Gadon (Prinzessin Elizabeth) und ihrer um fünf Jahre jüngeren britischen Kollegin Bel Powley (Prinzessin Margaret) sowie von Jack Reynor als Bomberpilot Jack, der Lilibeth dann etwas vom „draußen“ ahnen lässt.
Gediegene Größen des britischen Films wie Rupert Everett (König George VI.) und Emily Watson (Königin Elizabeth) tragen ein Übriges dazu bei, dass „A Royal Night“ nicht nur im Untertitel, sondern auch für den Zuschauer als „ein königliches Vergnügen“ herhalten kann.


A Royal Night – Ein königliches Vergnügen
(A Royal Night Out)
GB 2015. Regie: Julian Jarrold. 

Mit Sarah Gadon, Bel Powley, Jack Reynor, 
Rupert Everett, Emily Watson.
Filmladen. 97 Min.
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  07:17:32 07.14.2005