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A Perfect Day - 44/2015

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Der Krieg und die Leiche im Brunnen

„A Perfect Day“: NGOs in einem Krisenherd wollen den Betroffenen 
helfen. Doch nicht alle Absichten sind lauter oder erfolgversprechend.


| Von Otto Friedrich


Das Leben ist schrecklich. Oder doch nur eine Farce. Solche Erkenntnis ist beileibe nicht neu, man kann sie aber gerade für einen Film gut und auf alle möglichen prekären Situationen anwenden. Das tut Fernando León de Aranoa auch in „A Perfect Day“. Und er macht seine Sache durchaus gut. Und er lenkt den Blick auf Realitäten, die in medialer Schwarzweißsicht selten darzustellen sind.
Ausgangs- und Kulminationspunkt in „A Perfect Day“ sind das Tun und Lassen internationaler Hilfsorganisationen in den Kriegsgebieten der Welt. Ob sie „Ärzte ohne Grenzen“ (an einem Dokumentarfilm über diese Hilfsorganisation war León de Aranoa beteiligt) oder anders heißen – deren Zerrissenheit sowohl der Institution als auch der Menschen, die für diese arbeiten, wird nicht oft thematisiert. Auf gut Deutsch: Gute Ideen und gute Menschen führen nicht immer zu guten Taten bzw. zu einer Verbesserung der Situation.

Absurde Suche nach einem Seil

„A Perfect Day“ spielt 1995 erkennbar im Bosnienkrieg, als das Morden sich zwar dem Ende zuneigte, aber der Kalte Friede, der bekanntlich 20 Jahre später noch andauert, noch nicht erreicht war. In einem Dorf in den Bergen verschmutzt die Leiche eines dickleibigen Mannes einen Brunnen. Eine Gruppe von „Internationals“, Helfer einer NGO also, will den Toten bergen. Doch der ist so dick, dass das Seil reißt: ein neues muss beschafft werden – was nicht so einfach ist, denn das nächste „Seil-Geschäft“ ist nur per Jeep und in mehreren Stunden zu erreichen. Das Land ist vermint und die marodierenden Kämpfer verschiedener Seiten haben immer noch verschiedene Straßen unter ihrer Kontrolle. Und als die Wagen der Helfer auf einen Kuh-Kadaver stoßen, der mitten auf der Straße liegt, wagen sie es nicht, weiterzufahren – es könnte sich auch um eine Sprengfalle handeln.
Mambrú, der Sicherheitschef der Truppe (Benicio del Toro) schlägt sich mit B (Tim Robbins), Sophie (Mélanie Thierry), dem Dolmetscher Damir (Fedja Stukan) und der Konfliktanalystin Katya (Olga Kurylenko), die überdies noch seine Ex ist, durch die Widrigkeiten und Absurditäten, in die man in dieser Lage auf Schritt und Tritt stößt. Dazu kommt, dass nicht nur in den zwischenmenschlichen Beziehungen der Helfer einiges im Argen liegt, auch die Subjekte der Hilfe begegnen den NGOlern mit äußerstem Misstrauen und torpedieren die Hilfsversuchen, wo sie nur können.
Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß: Was in der Theorie jedem einigermaßen wachen Zeitgenossen klar ist, wird in der Verworrenheit des Plots dieses Films erst so richtig bewusst. Auch dafür, dass Komödie und Tragödie nah beieinander liegen, legt „A Perfect Day“ beredt (und nicht ohne Zynismus) Zeugnis ab. Der Plot ist im Übrigen die Adaption eines Romans der spanischen „Ärzte ohne Grenzen“-Mitarbeiterin Paula Farias, die sichtlich wusste, wovon sie schrieb. Gemeinsam mit dem von Del Toro und Robbins gut dargestellten vierschrötigen Humor wird „A Perfect Day“ zu einem Film, bei dem man lacht, auch wenn dies einem mitunter im Hals stecken bleibt.


A Perfect Day
E 2015. Regie: Fernando León de Aranoa.
Mit Benicio Del Toro, Tim Robbins, Mélanie Thierry, Olga Kurylenko.

Polyfilm. 106 Min.
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  07:03:17 07.15.2005