Man kann gar nicht glauben, dass diesen Film derselbe Ridley Scott inszenierte, der vor einigen Jahren unter der Fuchtel von Jerry Bruckheimer mit „Black Hawk Down“ einen der berüchtigsten Propagandafilme des jüngeren US-Kinos gedreht hat. Jetzt hat Scott mit „American Gangster“ einen Film gemacht, der Amerika liebt – und hasst zugleich. Ein Abrechnung mit Politik und Krieg, angesiedelt in den 70er Jahren, als es mit Frank Lucas (Denzel Washington) den ersten Schwarzen gab, der sich im Drogengeschäft in New York durchsetzte und großen Reichtum anhäufen konnte. Ihm auf den Fersen ist der Cop Roberts (Russell Crowe), einer der wenigen ehrlichen Polizisten im von Korruption zerfressenen NY Police Department. So wie schon „Black Hawk Down“ erzählt auch „American Gangster“ vom Krieg (wenn auch mit völlig anderen Mitteln). Scott hat der Bush-Propaganda zum Glück abgeschworen. Er verwebt in diese wahre Geschichte des Drogenbarons den Denkansatz, dass jeder Krieg in fernen Ländern, den die USA so gerne führen, letztlich auch zum Krieg auf den eigenen Straßen wird. Beweise dafür gibt es ja genug.
AMERICAN GANGSTER
USA 2007.
Regie: Ridley Scott.
Mit Russell Crowe, Denzel Washington.
Verleih: UPI. 157 Min.