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Nomaden des Himmels (Sutak) - 16/2016

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Kirgisisches Kleinod

Spielfilmdebüt

| Von Walter Gasperi

Langsam schwenkt die Kamera von den mächtigen Bergen Kirgisistans über ein Hochtal, bis ein Haus ins Blickfeld kommt. Daneben steht aber auch eine Jurte, in der ein alter Mann mit Frau, verwitweter Schwiegertochter und deren Tochter lebt. Traditionelles bäuerliches Leben und Moderne treffen so in Mirlan Abdykalykovs Spielfilmdebüt „Nomaden des Himmels“ schon in der ersten Einstellung mit den unterschiedlichen Behausungen aufeinander. Verstärkt wird dieser Gegensatz sogleich noch, wenn der Bewohner des Hauses mit einem SUV durch das Tal fährt, während daneben der alte Mann auf einem Pferd reitet. Lebt die Familie von Pferdezucht, so arbeitet der Mann in dieser noch ursprünglichen Gegend als Meteorologe. Alte Legenden wie die von Sütak, die wegen einer damals unerlaubten Liebe in einen Vogel verzaubert wurde, bestimmen hier immer noch das Leben. Doch auch der Alltag der Familie befindet sich im Umbruch. Denn während der Großvater offen für das Neue ist und den Enkel zum Studium in die Stadt geschickt hat, lehnt seine Frau alle Veränderungen ab. Die Schwiegertochter wiederum, die eine stille und sanfte Liebe mit dem Meteorologen verbindet, ist zerrissen zwischen traditionellen Regeln und ihren Gefühlen.

Ruhige, starke Bilder

Unaufgeregt, aber mit genauem Blick für das alltägliche Leben erzählt Abdykalykov diese einfache Geschichte. Er lässt den Einstellungen Zeit zum Atmen und den Gefühlen Zeit, sich in den Bildern aufzubauen. In dieser geduldigen Erzählweise lässt er in den Lebensrhythmus dieser archaischen bäuerlichen Welt eintauchen, deren Beschwerlichkeit er dabei allerdings ein bisschen verheimlicht. Ohne Dramatik schildert der 33-jährige Kirgise in ruhigen, starken Bildern den langsamen Einbruch der Moderne, die von den Jungen schon ersehnt wird. Er bleibt zwar stets im Hochtal, lässt aber in Gesprächen doch die Verlockungen der Stadt und das damit verbundene befreitere Leben mit hereinschwingen.


Nomaden des Himmels (Sutak)
Kirgisistan 2015. Regie: Mirlan Abdykalykov.
Mit T. Abazova, T. Aktanov.
Stadtkino. 81 Min.
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