ro ro

Navigation
Literaturkritik | Filmkritik | Dossiers | Suchen
You do not have permission to download files

Ein letzter Tango - 18/2016

Herunterladen
„Sprich mit mir übers Tanzen!“

Filmdokumentation

| Von Thomas Taborsky

Werden sie oder werden sie nicht? In dieses Rätsel hüllt sich die Doku „Ein letzter Tango“, wobei sie María Nieves und Juan Carlos Copes meint. Werden diese lebenden Legenden noch einmal das tun, was sie als Paar jahrzehntelang machten, nämlich gemeinsam die argentinische Tanzkunst praktizieren? Oder bleibt es bei zwei Menschen – sie inzwischen 81, er 84 – die nichts mehr zusammen bringen kann? Auch formal macht Regisseur German Kral in seinem Doppelporträt schnell klar, dass sich viel zwischen den beiden aufgestaut hat: Getrennt blicken sie auf eine Beziehung zurück, die am Anfang eine private wie künstlerische war – und nur in den nachempfundenen Szenen romantisch aussieht. María redet vom Mann, dem sie nahe sein wollte, Juan von seiner Stradivari, die er in ihr gefunden hätte, dem perfekten Instrument für seine Ambitionen.

Allgegenwärtiges Buenos Aires

1948 begegnen sich die beiden in einer der vielen Tanzhallen von Buenos Aires. Zehn Jahre darauf haben sie maßgeblich zur Entwicklung des Tango Nuevo beigetragen, sind in New York, schaffen es an den Broadway und werden für Las Vegas engagiert. 1983 schließlich lösen sie mit dem Musical „Tango Argentino“ ein weltweites Revival aus. Zu dieser Zeit sind die beiden lange geschieden, hat Juan das Kind, das er mit María nicht haben wollte, mit einer anderen.
„Wir haben weiter getanzt, egal was passiert ist“, blickt sie zurück auf eine unvernarbte Wunde, und als es ihr zu viel wird: „Sprich mit mir über das Tanzen!“ Die Charaktere von María und Juan bringen diese beiden so unterschiedlichen Paralleldeutungen gemeinsamer Stationen denkbar gut hervor. Kral geht konzeptuell darüber aber noch hinaus, indem er einen außergewöhnlichen Weg findet, Realität und „Reenactment“ gegenseitig zu beflügeln: Er bringt die jungen Tänzer, die Szenen aus Juans und Marías Leben nachstellen sollen, mit ihnen zusammen, lässt sie vor laufender Kamera einen völlig anderen Draht finden, als es ihm selbst möglich wäre, und dann in informeller Tischrunde ihre Eindrücke dazu austauschen. Diese Transparenz schlägt sich sogar in den Kulissen nieder, die verschwinden wollen im Vergleich zum allgegenwärtigen Buenos Aires. Neben Musik und Tanz, neben dem Leben von María Nieves und Juan Carlos Copes atmet dieser Film auch die Stadt, mit dem, was dort war und heute ist. Dieser breite Blick und seine Herangehensweise lassen „Ein letzter Tango“ in Erinnerung bleiben.


Ein letzter Tango (Un tango más)
D/ARG 2015. Regie: German Kral.
Mit María Nieves, Juan Carlos Copes, Pablo Verón.
Polyfilm. 85 Min.
You do not have permission to download files


DownloadsII 5.0.4 by CyberRanger & Jelle
Based on ecDownloads 4.1 © Ronin



Powered by vBulletin® Version 3.6.5 (Deutsch) | Copyright ©2000 - 2005, Jelsoft Enterprises Ltd.
ro
ro ro
Werbung
  01:07:55 07.21.2005