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Erlösung - 23/2016

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Die gar trüben Fälle der Nordländer

„Erlösung“ ist die dritte Romanverfilmung eines Thrillers von Jussi Adler-Olsen. Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q bringen einen alten und einen neuen Entführungsfall zusammen.

| Von Otto Friedrich

Fünf Millionen Mal verkauften sich allein die deutschsprachigen Ausgaben der Carl Mørck-Thriller des dänischen Autors Jussi Adler-Olsen. Dass an solchen Verkaufszahlen auch die Filmindustrie mitschneiden will, folgt da fast zwangsläufig auf dem Fuß. Mit „Erbarmen“ (2013) und im Jahr darauf „Schändung“ waren bereits zwei Adler-Olsen-Krimis im Kino.
Nun folgt mit „Erlösung“ der dritte im Bunde – mit weitgehend altbekannter Mannschaft: Nikolaj Arcel machte einmal mehr aus dem Roman ein Drehbuch, Nikolaj Lie Kaas spielt zum dritten Mal den Carl Mørck und auch Faras Fares als dessen Assistent Assad ist wieder mit von der Partie. Nur Hans Petter Moland, der vor zwei Jahren schon mit einer dänischen „Fargo“-Version auf sich aufmerksam machte („Einer nach dem anderen“), ist als Regisseur neu im Team.
Dass dem nordischen Thriller-Genre eine betont düstere Note anhaftet, weiß man schon seit den Wallander-Krimis, die es ja auch in diversen Verfilmungen gibt. Im Land Lars von Triers sind ja auch Morde nicht wirklich bekömmliche Filmkost – „Erlösung“ nimmt einen da schon ordentlich mit, zumal Carl Mørck, der Protagonist, ja selber zwischen Depression und Burnout hin- und herpendelt. Nur Assistent Assad kann diesen Psycho noch zur Vernunft und in eine Art Arbeitsfähigkeit bringen, die ob der verstörenden Causen, mit denen sich das Sonderdezernat Q der dänischen Polizei herumschlägt, so dringend nötig ist.

Auch heute gibt es noch Flaschenpost …

Eine Flaschenpost steht am Anfang der Ermittlungen von Mørck & Co: Die Botschaft ist mit Blut geschrieben und wird erst nach Jahren entdeckt: Zwei Kinder sind entführt worden, schreibt einer, von dessen Namen nur der Anfangsbuchstabe P zu entziffern ist. Tatsächlich gibt es einen Poul, der vor Jahren verschwunden ist und dessen Eltern Selbstmord begangen haben. Mørck, Assad und Assistentin Rose (Johanne Louise Schmidt) gelingt es, Pouls Bruder Trygve, mittlerweile 15 und eher verwahrlost, aufzuspüren. Trygve erinnert sich an ein Geräusch, das ihn in der Gefangeschaft begleitete. Poul wurde ermordet, Trygve überlebte.

Ein Wettlauf mit der Zeit

Diese „alte“ Geschichte eines unaufgeklärten Falls stellt sich als beileibe nicht „alt“ heraus, zumindest seit der junge Missionar Johannes (Pål Sverre Hagen) bei einer freikirchlichen Bauersfamilie in Jütland aufgetaucht ist. Deren Kinder Magdalena und Samuel werden entführt – und der Fall landet beim Sonderdezernat Q, das Pa-rallelen zum Verschwinden von Poul und Trygve entdeckt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und die psychischen Kalamitäten des Herrn Kommissars sind nicht eben hilfreich, um dem Kinderschänder und Serienkiller auf die Schliche zu kommen.
Aber im Verein mit Assad und dem Q-Team 
geht die Handlung, wie es sich für einen Thriller gehört, ihren Gang. Auch dass die Zuschauer in ihrer Erkenntnis weiter als die noch im Dunkeln tappenden Ermittler sind, ist kein neuer Kniff eines Krimi-Autors.
Aber das beklemmende Gesamtsetting und das Auskosten der menschlichen Abgründe sind schon eine arge Verstörung, und dieser wird die Verfilmung ziemlich gut gerecht. Letztlich zeigt „Erlösung“ viel subtile und offensichtliche Gewalt – nichts Schönes, aber doch jene Seite des Menschen in den Blick nehmend, vor der die Augen nie verschlossen werden dürfen.
Dass derart graue Weltsicht ihr Publikum findet, bewies schon der Erfolg der Carl--Møerck-Romanvorlagen. Der Originaltitel, übersetzt: „Flaschenpost von P“, hat den Ausgangspunkt der Erzählung im Blick. Diesmal kann man aber mit der deutschen Titel-Version – „Erlösung“ – mehr anfangen. Denn dieser auch religiöse Begriff bringt die Geschichte des Films doch weit mehr auf den Punkt.


Erlösung (Flaskepost fra P)
DK/D/S/N 2016. Regie: Hans Petter Moland.
Mit Nikolaj Lie Kaas,
Fares Fares, Johanne Luise Schmidt, Pål Sverre Hagen.
Lunafilm. 112 Min.
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