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Rote Rüben in Teheran - 35/2016

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Vater und Sohn in Teheran

Dokumentarfilm


| Von Alexandra Zawia

Als er mit 19 Jahren das erste Mal in Wien ankam, habe „alles nach Tod“ gerochen, sagt Houchang Allahyari heute. Der Filmregisseur, der zuletzt mit „Der letzte Tanz“ reüssierte, war 15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Österreich ausgewandert, wo er Medizin studierte und stets weiterhin Filme drehte.
Ein paar Mal besuchte er anfangs noch die alte Heimat, aber das Leben in Wien verschlang ihn schnell: 47 Jahre vergingen, ohne dass er je wieder in den Iran zurückkehrte – bis zu jenem Tag, an dem auch sein längst erwachsener Sohn Dariusch endlich bereit war, mit ihm diese Reise anzutreten.
„Rote Rüben in Teheran“ ist der kleine, sehr persönliche Film, der aus dieser Rückkehr entstanden ist; für Dariusch überhaupt der erste Besuch in der Heimat seines Vaters.
Unverhohlen nostalgisch ist der Blick, den Houchang Allahyari besonders auf Teheran hat. Der hocharomatische Geruch heißer roter Rüben, wie sie in den Straßen der Stadt zubereitet und verkauft werden, ist ihm dabei einer der Leitfäden zurück in seine Kindheit und Jugendzeit.

„Werden sie mich als Fremden erkennen?“

In Gesprächen mit ehemaligen Bekannten, Freunden und Nachbarn ergeben sich in Anekdoten und Momentaufnahmen kleine, ganz individuell menschliche Rückschauen auch konkret auf die Zeit nach der Weißen Revolution, den ersten Golfkrieg, und die politischen Entwicklungen bis zur jetzigen präsidentiellen Theokratie.
Die Allahyaris bewegen sich mit ihrem Film entlang expressiver Arrangements; am interessantesten mutet die im Film letztlich nicht konsequent verfolgte Frage an, die Dariuschs erstmalige Konfrontation mit einem Land aufwirft, zu dem er zwar durch seinen Vater einen gewissen emotionalen Bezug spürt, selbst aber keine Identitätsgefühle entwickeln konnte.
„Werden sie mich als Fremden erkennen, noch bevor ich den Mund aufmache?“, fragt er sich an einer Stelle. Wie definiert man Heimat und wie definiert sie einen selbst; und kann dort wirklich Fremde sein, wo es so gut nach roten Rüben riecht?


Rote Rüben in Teheran
A 2016. 
Regie: Houchang Allah-yari,
Tom-Dariusch Allah-yari.
Stadtkino. 90 Min.
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