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Die Über­glücklichen - 01/2017

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Zwei, die wirklich nur das Eine wollen

In Paolo Virzìs neuer Komödie „Die Überglücklichen“ suchen Valeria Bruni-Tedeschi und
Micaela Ramazzotti nach ein wenig Glück …


| Von Otto Friedrich

Eine Blaublütige hat es auch nicht leicht im Leben. Zumindest ist Maria Beatrice Morandini Valdirana nicht wirklich auf die Butterseite des Lebens gefallen: Denn dem Jetset gehört die Dame schon lang nicht mehr an – Berlusconi, George Clooney oder die Clintons gingen einst bei ihr und ihrem Mann, dem Staranwalt Pierluigi, ein und aus – bis sie sich in den Berufsverbrecher Renato Corsi verliebte.
Dies hat verheerende Auswirkungen auf die finanzielle Basis von Beatrice und bringt ihr eine Reihe von Verurteilungen (Verleumdung, Betrug, Körperverletzung etc.) ein. Pierluigi macht es sich mit neuer Frau und Familie gemütlich, Beatrice hingegen wird auf richterliche Anordnung in der Villa Biondi, einer mehr oder weniger geschlossenen psychiatrischen Einrichtung, unter Verschluss gehalten. Natürlich empfindet die Exzentrikerin diese Unterbringung als wenig standesgemäß – und sie macht ihren Betreuer(innen)n das Leben eher schwer. Und den Richter, der sie aufgrund eines – wie Beatrice überzeugt ist – Fehlurteils wegsperren lässt, stalkt sie mit mitternächtlichen Anrufen.
Eine nervenaufreibende und kaum perspektivenbehaftete Existenz also. Das ändert sich, als Donatella Morelli – gleichfalls unter gerichtlicher Anordnung – in die Villa Biondi kommt. Die aggressive, meist unter starken Sedativa stehende Frau, und die überspannte Beatrice kommen einander näher, denn Donatellas Schicksal berührt Beatrice: Donatella hat einen Sohn, der bei Adoptiveltern lebt, und den sie nicht sehen darf. Weil sich die Freundschaft der beiden ungleichen Frauen positiv auf ihr psychisches Krankheitsbild auswirkt, dürfen Beatrice und Donatella endlich auch an Gärtnereiarbeiten der Bewohner der Villa Biondi außerhalb des Anstaltsgeländes teilnehmen – und prompt kommt die Gelegenheit für die beiden, abzuhauen ….

Depressiv wütende Donatella

„Die Überglücklichen“ ist der neue Film des italienischen Regisseurs Paolo Virzì, der sich mit „Das ganze Leben liegt vor dir“ (2008) und „Die süße Gier“ (2013) seinen Platz in Italiens Filmschaffen errungen hat. Bei ersterem Opus hat er seinen Humor bewiesen, der auch in seinem derzeitigen, über weite Strecken als Road Movie daherkommenden Streifen die Handlung zusammenhält. Daneben kommt auch beißende Gesellschaftskritik nicht zu kurz, die gleichfalls ein Markenzeichen von Virzì-Filmen darstellt.
In „Die Überglücklichen“ werden Tristesse und gleichzeitige Perspektive des staatlichen Umgangs mit psychisch labilen/kranken Menschen ebenso zur Sprache gebracht wie das gesellschaftliche Elend Italiens in allen möglichen Facetten. Die Figuren der Beatrice und der Donatella sind prototypisch dafür. Daneben stellt der Film auch die veritable Selbstfindung zweier, gelinde gesagt, exzentrischer Frauenzimmer dar: italienischer Wahnsinn pur, der aber eben nicht auf die Tränendrüse drückt (oder jedenfalls nicht ständig).
Dass Virzì in „Die Überglücklichen“ auch die schauspielerischen Protagonistinnen der oben genannten Referenzfilme zusammenbringt, ist ein weiteres Plus: Valeria Bruni Tedeschi spielte auch in „Die süße Gier“, Micaela Ramazzotti lieh bereits „Das ganze Leben liegt vor dir“ ihre unnachahmliche Präsenz. Diesmal dürfen Bruni Tedeschi als psychiatrierte Gräfin Beatrice und Ramazzotti als depressiv wütende Donatella brillieren.


Die Überglücklichen
(La pazza gioia)

I/F 2016. Regie: Paolo Virzì.
Mit Valeria Bruni-Tedeschi,
Micaela Ramazzotti. 

Filmladen. 116 Min.
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