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Ein Dorf sieht schwarz - 16/2017

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Brisanz wie vor 40 Jahren

Die Komödie "Ein Dorf sieht schwarz" erzählt von den Wirrnissen eines kongolesischen Arztes in der französischen Provinz Anno 1975. Und ist gleichzeitig eine Parabel für heute. Die Komödie "Ein Dorf sieht schwarz" erzählt von den Wirrnissen eines kongolesischen Arztes in der französischen Provinz Anno 1975. Und ist gleichzeitig eine Parabel für heute.

| Von Otto Friedrich


Die Position eines Leibarztes für Mobutu will Seyolo Zantoko partout nicht haben, weil er nicht an den Untaten des Diktators von Zaire (der heutigen Demokratischen Republik Kongo) teilhaben will. Aber im Frank-reich anno 1975 ist für den Absolventen der Medizinischen Fakultät Lille auch kein Arbeitsplatz da – bis Ramollu, der Bürgermeister des nordfranzösischen Kaffs Marly-
Gomont, ihm verzweifelt den Job des Dorfarztes anbietet – niemand sonst will in die Pampa ziehen. Also macht sich Seyolo mit Frau Anne – die aller-dings glaubt, in die Glitzer-welt von Paris zu kommen – und den beiden Kindern in die tiefe Provinz auf, die noch nie einen leibhaftigen Schwarzen gesehen hat. Und wie den Leibhaftigen behandeln sie den exotischen Zugereisten auch: Julien 
Rambaldis Komödie „Ein Dorf sieht schwarz“ spielt zwar im Jahr 1975, aber das Thema und das Setting Angst vor und Umgang mit dem Fremden ist 40 Jahre später um nichts weniger brisant. Von daher ist der Film auch eine augenzwinkernde Diagnose der tagesaktuellen Gegenwart. Die vierschrötigen Dorfbewohner benötigen schon einen gynäkologischen Notfall, bis in ihren Sturschädeln die Erkenntnis zu reifen beginnt, dass die Qualität medizinischer Primärversorgung rein gar nichts mit der Hautfarbe des dafür nötigen Arztes zu tun hat. Aber auch die Zantokos müssen einiges an inner-familiärer Kalamität aufarbeiten, bevor alles – zum Wohl aller Beteiligten – den Lauf nehmen kann. Der von Regisseur Rambaldi ebenso witzig wie empathisch in Szene gesetzte Plot beruht auf der wahren Geschichte von Dr. Zantoko, die Erstfassung des Drehbuchs stammt von dessen Sohn Kamini, der als Sänger und Rapper in Frankreich bekannt ist, und der seinem 2009 verunglückten Vater auch ein filmisches Denkmal setzen wollte (mit seinem Überraschungshit „Marly-Gomont“ gelang ihm das schon 2006). Wesentlich lebt der Film auch von der Leistung der Hauptdarsteller Marc Zinga (im James-Bond-Abenteuer „Spectre“ ebenso zu sehen wie zuletzt im Dardenne-Film „Das unbekannte Mädchen“) und Aïssa Maïga, die schon 2005 in Michael Hanekes „Caché“ reüssierte.

Ein Dorf sieht schwarz 

(Bienvenue à Marly-Gomont)

F 2016. Regie: Julien Rambaldi.
Mit Marc Zinga, Aïssa Maïga.
Thimfilm. 96 Min.
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