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Rückkehr nach Montauk - 19/2017

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Max Frisch wird zu Max Zorn

„Rückkehr nach Montauk“: Volker Schlöndorff, Altvorderer des deutschen Autorenkinos, entwirft mit dem irischen Schriftsteller Colm Tóibín einen lose an Max Frisch orientierten Plot über die Fragilität der Liebe.


| Von Otto Friedrich


Das Beziehungselend des, wie man so sagt, „reifen“ Mannes: Die Jahre sind an einem nicht spurlos vorübergegangen, die langjährige Partnerschaft ist, gelinde gesagt, eingerostet und der emotionale Furor, in den ein Best-Ager geraten kann, wenn er sich in eine junge Frau verguckt, lässt den Betroffenen zwischen einer peinlichen Gestalt und einem späten Frühlingserwachen hin- und herchangieren.
Derartiges Setting ist altbekannt und liegt auch Max Frischs „autobiografischer“ Erzählung „Montauk“ aus dem Jahr 1975 zugrunde. Volker Schlöndorff, mittlerweile längst ein Altvorderer des deutschsprachigen Autorenkinos, nimmt sich in seinem neuen Film „Rückkehr nach Montauk“ des Stoffes von Max Frisch an, ohne dass -dies eine Verfilmung der Vorlage des Schweizer Schriftstellers wäre: Gemeinsam mit dem irischen Schriftsteller Colm Tóibín hat er daraus einen Plot gestaltet, der sich lose an Frisch orientiert und dennoch eine Hommage an den großen Literaten des 20. Jahrhunderts darstellt.
Der Schriftsteller Max Zorn kommt zur Vorstellung seines jüngsten Buches nach New York. Seine Partnerin Clara ist schon in der Stadt und organisiert die englischsprachige Veröffentlichung. Das Buch handelt vom Scheitern einer Liebe in dieser Stadt.

Manöver zwischen drei Frauen

Hier trifft Zorn (zufällig?) Rebecca, das Vorbild dafür, die er vor 20 Jahren hier geliebt hat. Wie damals reisen beide an die Ostspitze von Long Island, nach Montauk eben, und lassen sich darauf ein herauszufinden, ob zwischen ihnen noch etwas da ist.
Schließlich gibt es noch eine Dritte in diesem Frauenbund, die junge PR-Dame Lindsey, die unbeschwert – und, was das Werk von Max betrifft – völlig ahnungslos ist. Zwischen diesen Frauen manövriert sich Max hindurch, wobei sich die auch in dramatischer Hinsicht größte Spannung zwischen ihm und der in New York als Anwältin tätigen Rebecca aufbaut.
Ein leiser, streng komponierter und ernsthafter Film ist „Rückkehr nach Montauk“ geworden. Das liegt nicht nur an der konzentrierten Regie, sondern auch an den Darstellern, allen voran dem schwedischen Hollywoodstar Stellan Skarsgård, der den gefühlskargen und mehr als durchschnittlich attraktiven Max vollkommen authentisch spielt. Ihm ebenbürtig im Ensemble ist Nina Hoss in der Rolle der Rebecca, die wohl weiß, was einmal zwischen ihr und Max war, aber die sich selber nicht gestattet, sich darin zu suhlen.
Im Gegenteil: Die Erinnerung bringt zumindest für Rebecca Klarheit in andere Richtung – und für den weiblich so umsorgten Schriftsteller Max Zorn die ihn erschreckende Erkenntnis, dass er in diesem Korb nicht der Hahn ist.


Rückkehr nach Montauk
D 2017. Regie: Volker Schlön-dorff.
Mit Stellan Skarsgård, Nina Hoss,
Susanne Wolff, Isi Laborde.
Filmladen. 
106 Min.
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