Es war einmal ein Paralleluniversum, in dem die Seele nicht im Menschen wohnt, sondern ihren Träger in Gestalt eines Tieres begleitet. Im Fantasy-Märchen „Der Goldene Kompass“ geht es freilich nicht nur metaphysisch, sondern auch abenteuerlich zu: In einer Welt, die aussieht wie das späte 19. Jahrhundert mit einem Hauch faschistischer Ästhetik, kommt das 12-jährige Waisenkind Lyra (Dakota Blue Richards) in Besitz eines geheimnisvollen goldenen Mechanismus und gerät ins Visier des über die Welt herrschenden „Magisteriums“, das die Entdeckung einer rätselhaften Substanz verhindern möchte, mit deren Hilfe man sich zwischen den Paralleluniversen hin- und herbewegen kann. In der Folge bekommt es Lyra mit kriegerischen Eisbären, fliegenden Hexen und grauenvollen Experimenten an Kindern zu tun. Ein intelligent gemachter, optisch berauschender Film, der nur an seinem offenen Ende krankt – es handelt sich um die Verfilmung des ersten Teils einer Romantrilogie.
DER GOLDENE KOMPASS
USA 2007.
Regie: Chris Weitz.
Mit Dakota Blue Richards, Nicole Kidman, Daniel Craig.
Verleih: Warner. 114 Min.