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Chavela - 46/2017

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Härter als alle Machos sein

Filmporträt

| Von Thomas Taborsky

Die Bilder von der Aufbahrung der Sängerin Chavela Vargas 2012 in Mexiko tragen Züge eines Staatsbegräbnisses. Diese ungeteilte Würdigung, ebenso das erste Konzert in der Kathedrale der Kultur ihrer Wahlheimat, dem Palacio de Bellas Artes, kamen sehr spät in ihrem Leben, erst nachdem man sie längst in Madrid oder Paris gefeiert hatte. „Ich heiße Chavela Vargas. Vergesst das nicht“, gibt sie 1991 dem Team bei einem Interview mit, das nun Dreh- und Angelpunkt für einen ihr gewidmeten Dokumentarfilm geworden ist. Damals stand sie vor einem Comeback, hatten viele sie schon für tot gehalten, nach Jahren der Armut, nach „vielen leer getrunkenen Gegenden“.
Lesbisch zu sein, bevor es in Mexiko akzeptiert war, bedeutete für sie, das Schild „Marimacho“ – Mannweib – umgehängt zu bekommen. Es bedeutete für sie auch, härter als alle Machos zu sein, zu respektieren und sehen zu müssen, dass man respektiert wird, malt der Teppich an Aussagen und Materialien ein Gesellschaftsbild, aus dem sich Chavela als Legende erhebt, das sie verändert hat. Ihr wird der Verdienst angerechnet, mit der Koketterie der Frauen aus den klassischen Ranchero-Filmen gebrochen zu haben, mit dem weiblichen Aussehen.
Ein Lied lang wird ihre Beziehung mit der Malerin Frida Kahlo aufgerollt, ihre verführerische Seite, Anekdoten wie jene, dass sie neben Ava Gardner aufwachte. Um trotzdem nichts gegen die plagende Einsamkeit tun zu können.
Der Film von Catherine Gund und Daresha Kyi stellt dieser die Verehrung gegenüber, mit der andere Chavela betrachten, zeigt u. a. die tiefe Wirkung, die sie in weiten Teilen des Werks von Pedro Almodóvar hinterlassen hat. Beispiele dieses Schaffens, ihrer Stimme, die klänge, „als wäre sie bereits mit den Wunden des Lebens und des Todes geboren“, so die Regisseurin Jesusa Rodriguez, hält der Film genug bereit. Ebenso ihrer Psyche. Auch wenn er sich dabei kleinere technische Schnitzer erlaubt: Als Porträt ist „Chavela“ emotional mitreißend, mit viel Stoff über die Schlüsselperson eines weltweiten Identitäts-Erringens.


Chavela
USA 2017.
Regie: Catherine Gund, Daresha Kyi.
Polyfilm. 90 Min.
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