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Eine bretonische Liebe - 51/2017

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Vater werden ist doch schwer

Filmkomödie

| Von Heidi Strobel

Dass dem Vater eine zentrale Funktion in der Identitätsbildung zukommt, darüber ist man sich längst einig geworden. Aber kann ausschließlich der biologische Vater diese Aufgabe erfüllen? Oder ist für die gute Entwicklung eines Kindes nicht vielmehr die „gefühlte Vaterschaft“ von Belang? Mit dieser Frage – die Auftrieb bekommt durch die moderne Reproduktionstechnologie und Pluralität familiärer Lebensentwürfe – beschäftigt sich auch Carine Tardieus Liebes- und Familienkomödie „Eine bretonische Liebe“.
Als ihr Protagonist, der Minenentschärfer Erwan, einen Gentest machen lässt, erfährt er, dass Bastien nicht sein leiblicher Vater ist. Ein Schock. Obwohl er ihm zugetan ist, Bastien viel verdankt, beauftragt er eine Detektivin mit der Recherche nach seinem unbekannten Erzeuger. Der biologische Vater und die vererbten Anlagen wiegen nun einmal schwerer in der Identitätsbildung einer Person, ein Credo, auf das Erwan auch die nächste Generation, seine Tochter, einschwören will, die nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger geworden ist.
Doch Juliette ist der Meinung, dass sich eine Mutter im Zeitalter der Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten den passenden Vater selbst aussuchen kann. Dass sich darin aber kurzsichtiges Denken und Handeln verbirgt, darüber wird sie, und mit ihr der Zuschauer, durch den voltenreichen Gang der Geschichte aufgeklärt.
Tardieu steigert die Dramatik in der Beziehung zwischen dem Sohn und seinen zwei Vätern, indem sie darin das Motiv des Geschwister-Inzests einwebt. Damit gibt sie zugleich zu bedenken, dass durch solch ‚moderne’ Einstellungen die Zivilisiertheit auf dem Spiel steht. Es stellt sich nämlich früh heraus, dass die von Erwan begehrte Frau seine neue Halbschwester zu sein scheint. Er verzichtet auf sie.
Ab jetzt leidet der Zuschauer mit, dass er die attraktive Ärztin nicht an seiner Seite haben kann, zumal Anna durch ihre komischen, scharfzüngigen Bemerkungen dessen überzeugenden Gegenpart bildet. Aber mit dieser Wendung hin zum bürgerlichen Trauerspiel und dann einer Auflösung im Happy End gerät die Komödie aus dem Takt. Sie hinterfragt nicht mit komischen Mitteln das Tabu, sondern benutzt es lediglich als dramaturgisches Element.


Eine bretonische Liebe (Ôtez-moi d’un doute)
F 2017. Regie: Carine Tar-dieu.
Mit François Damiens, Cécile de France,
Guy Marchand.
Polyfilm. 100 Min.
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