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Achill. Verse vom Rande Europas - 03/2018

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Wer so zu schreiben im Stande ist …

Lyrik

| Von Doris Kloimstein


Die erste Assoziation beim Blick auf den Buchdeckel nach dem Öffnen der Postsendung war Ferse, die sprichwörtliche, aber gleich nach dem In-die-Hand-Nehmen des Buches – Literaturedition Niederöster-reich; immer ein haptisches Erlebnis … Buchkunst mit dem Lesezeichenbändchen … jetzt nicht den Faden verlieren – und Querlesen ist es klar: Die irische Insel Achill ist gemeint.
Die Assoziation Homer und Held hat ins Leere geführt, weil sich dieses Achill vom Irischen Achall, Adler, ableitet. 
Richard Wall war auf dem Achill Island im November 2014 Artist in Residence im Heinrich Böll-Cottage. Dort sind die Gedichte, die in diesem von Martin Anibas so kongenial illustrierten Buches publiziert sind, entstanden: auf Deutsch in der Muttersprache des Autors und einige auch primär auf Englisch, weil sich dies dort wohl so fügt.

Bauchgefühl und Intellekt

Illustration greift zu kurz. Martin Anibas hat mit seinen Bildern – Aquarell, Tusche auf Büttenpapier – die Lyrik von Richard Wall ins Bild gesetzt, in Bildsprache transformiert.
Viele wollen Artist in Residence sein, wenige werden erwählt. Dem Auserwählten kann dies zum Segen oder Fluch werden, wenn er dann in der Residenz sitzt und zum Schreiben verdammt ist, noch dazu in einer Gegend, die für Kühle, Nieselregen und Nebel bekannt ist. Für Richard Wall ist der Aufenthalt segensreich geworden, denn die Gedichte, die auf Achill entstanden sind, haben hohe Qualität. Sie evozieren beim Leser, bei der Leserin, nicht einfach altbackene Metaphern zum Themenkomplex „Meer, Insel, Wind und Wellen“, sondern rufen jenes Bauchgefühl hervor, das mit dem Intellekt in einen wunderbaren emotionalen Streit gerät, der endlos sein muss, wenn er nicht mit einem Fragezeichen abrupt beendet wird. Nach dem Fragezeichen kann niemand mehr einen Punkt setzen. Die Gedanken müssen weiter kreisen, solange die eigene Existenz andauert.
Wie schreibt der Autor so treffend: „ Sand knirschte / Wo mir das Schuhwerk weiterhalf / In diesem Räderwerk / Aus Schreiten und Sinnieren …“. Dem Leser, der Leserin, wird viel geboten und nichts erspart während der Lektüre.
Wer über Schafe, Möwen, Wellen, Sand und Totenköpfe so zu schreiben imstande ist, darf Dichter genannt werden.
Das Nachwort des Autors und seine Anmerkungen zu Heinrich Bölls Irlandbild gehören auch ganz wesentlich zu diesem so besonderen Gedichtband „Achill“.


Achill. Verse vom Rande Europas 

Gedichte von Richard Wall.
Bilder von Martin Anibas.
Literaturedition Niederösterreich 2016
111 S., geb., € 20,–
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