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Nico, 1988 - 29/2018

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Der Klang des Besiegtwerdens

Filmbiografie

| Von Thomas Taborsky


Drei Stücke, auf denen sie den Gesangspart ablieferte, und der Rest der Platte, auf der sie im Hintergrund das Tamburin spielte. Plus die berühmten Männer um sie. Christa Päffgen, unter dem Namen Nico eine Kulturikone, wurde von der Welt ziemlich schnell auf die Zeit in Andy Warhols Factory und ihren Anteil am ersten Album von The Velvet Underground reduziert. Auch Mitte der Achtzigerjahre, wo Susanna Nicchiarellis atemraubende Studie „Nico, 1988“ ansetzt, bleibt die einstige Muse eine von der Vergangenheit Verfolgte.
Christa/Nico, in einer Ausnahmeleistung verkörpert von der dänischen Aktrice Trine Dyrholm, tourt zugedröhnt durch Europa, mit einer Band, die mit Ausnahme der Violinistin aus drogensüchtigen Amateuren besteht, und hat bestenfalls Hohn übrig für das Interesse an ihr oder für wen die Leute sie halten. Täglich gibt man ihr Grund, sich unverstanden zu fühlen. Zudem leidet sie unter der Trennung von ihrem Sohn, der ihr damals weggenommen wurde und gerade in einer psychiatrischen Einrichtung steckt.
Wie als Nachhall ihrer eigenen dokumentarischen Anfänge lässt Nicchiarelli in solchen Momenten Nicos tiefe Stimme im Off emotionslose Rechtspassagen zitieren oder lässt die Super8-Filme, die Jonas Mekas von der Factory drehte, wie Erinnerungsblitze vorbeihuschen. Ihr Ansatz spart Verbrämungen oder visuelle Filter aus, die sich beschönigend über die Aufnahmen legen würden. Halb blickt man stattdessen auf das Set, in dem sie ihre Schauspieler auffordernd frontal in Szene setzt.
Der Clou an der Geschichte ist nicht einmal die exzellente Besetzung, sondern dass Nicchiarelli „Nico, 1988“ nach den provokant experimentellen Lösungen und der Ironie formt, die sie auch bei Chris-ta Päffgen verortet. Köstlicher, irrealer Witz teilt sich den Raum mit Abgründen und Formen des Besiegtwerdens, die sich in und um 
Nico abspielen – ganz zu schweigen von den mitreißenden Energiemomenten, die sich musikalisch nicht allein dank der heimgesuchten Aura Trine Dyrholms abspielen.


Nico, 1988
I/B 2017. Regie: Susanna Nicchiarelli.
Mit Trine Dyrholm, John Gordon Sinclair,
Anamaria Marinca.
Filmladen. 93 Min.
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