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Eine Geschichte der Liebe nicht von … - 30/2018

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Die Liebe und die Mythen

Romantische Komödie

| Von Alexandra Zawia

Francesca Comencinis Film „Eine Geschichte der Liebe nicht von dieser Welt“ beinhaltet eine interessante Kernthese: Ein Liebespaar trennt sich endgültig nach sieben intensiven und turbulenten Jahren, weil der Mann die Frau (beide Ende 40, Anfang 50) nicht mehr liebt. Der Grund dafür – so die These – ist, dass die Frau zu autonom, zu fordernd, zu wenig unterwürfig, zu temperamentvoll war. Der verlassenen Claudia (Lucia Mascino) gesteht der Film diese Wahrheit aber nicht ohne Abstriche zu: Zu tief ist Regisseurin Comencini in der Heteronormativität verhaftet, gemäß derer die Frau – selbst angesichts einer Erkenntnisdämmerung – an ihrer Nichterfüllung zahlreicher traditioneller Rollenklischees zu leiden hat. Das erweist sich in einer geneigten feministischen Interpretation jedenfalls als kontraproduktiv. Claudia hält nach der Trennung obsessiv an ihrer emotionalen Abhängigkeit von Flavio (Thomas Trabacchi) fest. Er dagegen kann recht gut loslassen, wendet sich einer anderen Frau zu, kaum halb so alt wie er, die er alsbald ehelicht.
In einer Mischung aus Rückblenden, in denen Comencini erratisch zwischen Claudias und Flavios Perspektiven wechselt, und einer „Jetzt“-Erzählung, die vor allem Claudia in ihrem Ablösungsprozess begleitet, erleben wir die Frau als hysterisches, biologisch tickendes, am Mann klammerndes Sozialkonstrukt, das sich zum Müll-hinunter-Tragen Lippenstift aufträgt. Die männliche Figur ist keineswegs differenzierter gezeichnet: Flavio ist – sofern er eine Erektion „zustande bringt“ – „außen hart, innen weich“, und leidet ebenfalls stark unter den sozialen Rollenansprüchen an den Mann.
Comencini unternimmt mäandernde Umwege, kann ihre Figuren aber nicht davon lösen, dass einem pauschalen Glauben nach 
(diverse Gender- und Rollen-)Mythen die tiefere Wahrheit fassen würden als der Fakt. Entlang dieser Linie überrascht es nicht, dass Claudia erst dann überzeugt ist, ohne den antiquierten Männer-typus (Flavio) glücklicher zu werden, als sie sich in die Liebesbeziehung mit einer Frau begibt.


Eine Geschichte der Liebe nicht von dieser Welt 

(Amori che non sanno stare al mondo)

I, 2017. Regie: Francesca Comencini. 

Mit Lucia Mascino, Thomas Trabacchi.
Polyfilm. 92 Min.
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