„Es war einmal … in Manhattan.“ Das klingt nicht nach klassischem Märchenanfang. Dass es auch gute Gründe hat, warum patentiert pick-süße Zeichentrick-Märchen nicht an realen Orten wie dem zynischen New York spielen, muss Prinzessin Giselle (Amy Adams) in „Verwünscht“ bitter erfahren. Ist sie in den ersten 15 Filmminuten noch eine gezeichnete Disney-Schönheit auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit Prinz Edward (James Marsden), macht ihr alsbald Stiefmutter Narissa (Susan Sarandon) einen Strich durch den Happy-End Plan: Giselle fällt in einen 2D-Brunnen und taucht unter einem realen 3D-Gullydeckel in New York wieder auf. Dort nimmt sich zwar Scheidungsanwalt Robert (Patrick Dempsey) ihrer an, doch neben dem vorprogrammiert chaotischen „Kulturschock“ ist auch noch Prinz Edward bereits auf dem Weg, seine Braut zurückzuholen. Mit „Verwünscht“ zieht sich Disney erstmals ganz unverblümt selbst durch den zuckersüßen Kitsch-Kakao. Doch die Identitätskrise lässt sich – in dieser ersten Übung – nicht vermeiden: Zwischen realem Action-Märchen für Disney-verwöhnte Kinder und einer sanften Satire für deren Zeichentrick-überdrüssigen Eltern, bietet „Verwünscht“ dennoch beständig nette Unterhaltung.
VERWÜNSCHT – Enchanted.
USA 2007.
Regie: Kevin Lima.
Mit Amy Adams, Patrick Dempsey.
Verleih: Disney. 107 Min. Ab 20. 12.