Die drei Gebrüder Whitman machen sich auf zu einer Zugsreise durch Indien. Dort wollen sie in der Spiritualität des Landes wieder zueinander finden – so das angebliche Ziel. Mit ihrem Misstrauen untereinander, dem perfekt laminierten Reisezeitplan und ein wenig Pech stehen sie plötzlich mitten im Nirgendwo – samt sorgfältig durchnummeriertem (emotionalem) Gepäck; Zeit für die Wahrheit.
Garant für Unschätzbares zu sein, das die Wenigsten zu schätzen wissen, ist eine undankbare Funktion. Auch die jüngste Arbeit Wes Andersons, eines der Filmvirtuosen der Jetztzeit, verschließt sich in ihrer schrulligen Mischung aus Komödie und Drama nahezu hermetisch. So weit geht „The Darjeeling Limited“ darin, dass eine seiner Vorgeschichten als selbständiger Kurzfilm vorgespannt ist. Genährt von seinem Stammensemble, den Spleens der Figuren, Details um Details und der Bereitschaft, sein kinematografisches Werkzeug mit uns zu teilen, hätte Andersons neuer Versuch über eine Beziehungsmechanik jedenfalls kaum ergiebiger ausfallen können. Thomas Taborsky
THE DARJEELING LIMITED
USA 2007.
Regie: Wes Anderson.
Mit Owen Wilson, Jason Schwartzman, Adrien Brody.
Verleih: Centfox. 91 Min.