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Children Of The Prophet - 21/2007

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Muhammads Kinder
Der österreichische Dokumentarfilm „Children of the Prophet“ zeigt die iranische Gesellschaft ohne gängige Klischees .
Von Jürgen Belko

Dass der Islam derzeit in Europa vielerorts als Bedrohung empfunden wird, fußt nicht zuletzt in der Unkenntnis um dessen religiöse Rituale und Bräuche. Einen gelungenen Beitrag, um mit weit verbreiteten Stereotypen aufzuräumen, liefert der österreichische Dokumentarfilm Children of the Prophet, der anhand des schiitischen Trauerfestes Moharram einen vielschichtigen Blick auf die islamische Gesellschaft wirft. Dabei nähert sich die in Teheran und Wien aufgewachsene Regisseurin Sudabeh Mortezai dem zum Gedenken an den Märtyrertod Alis, des Enkelsohns des Propheten Muhammad, jährlich zelebrierten Rituals, aus der Perspektive höchst unterschiedlicher Protagonisten: Während die Mitglieder eines muslimischen Trauervereins die zehntägige Zeremonie als rituellen Akt tiefster spiritueller Hingabe empfinden, nutzen westlich orientierte Jugendliche das Moharram als Ventil, um aus dem staatlich verordneten Alltagstrott auszubrechen.
Aufgrund ihrer bikulturellen Lebensbiografie schafft es Mortezai das authentische Bild- und Tonmaterial zu einem filmischen Kaleidoskop verschiedenster Gesellschaftsschichten zu verdichten und so einen persönlichen Blick auf den Iran von heute zu werfen – einem Land im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Eindrucksvoll zeigt sie, dass archaisch religiöse Rituale und ausgelassene Partystimmung einander nicht ausschließen müssen, Neues nicht Altes verdrängt, sondern sich gegenseitig befruchten kann.
Dies wird auch in jener Film-Szene deutlich, in der fromme konservative Muslime in einer Moschee vor laufender Kamera offen über Politik diskutieren und sich für die Trennung von Staat und Religion aussprechen.
Geschickt verknüpft die Filmemacherin historisches Faktenwissen mit dem aktuellen Lebensgefühl der Protagonisten. So erfährt der Zuseher nicht nur interessante Details über den Ursprung des Moharram-Festes, ihm wird auch auf gelungene Weise – abseits schablonisierender Culture-Clash Szenarien – die Komplexität der aktuellen Lebensrealität im Iran vor Augen geführt.

CHILDREN OF THE PROPHET
A 2006.
Regie: Sudabeh Mortezai.
Mit Milad, Bijan, Mani.
Verl.: Polyfilm. 86 Min.
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