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A Prairie Home Companion - 04/2007

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Ein wunderbarer Abgesang
Was bleibt von Robert Altman? Jede Menge Filmgeschichte(n). Zum Beispiel: „A Prairie Home Companion“.
Von Otto Friedrich

Was bleibt von Robert Altman? Der im November verstorbene Regiemeister hat sich so oft mit der Hollywoodindustrie angelegt, dass ihm ein „echter“ Oscar zeitlebens verwehrt blieb. Ja, gerade noch rechtzeitig drückte man ihm im vergangenen März den Ehren-Oscar fürs Lebenswerk in die Hand, damit in Lexika dann nicht Sätze wie: „Er schrieb Filmgeschichte, aber Hollywood merkte das nicht“ stehen konnten.
Filmgeschichte schrieb Altman, Filmgeschichten verfilmte er – ein Meister prallen Erzählens und feiner bis bissiger Chronist, der ein Ensemble zu höchster Kunst anzustacheln imstande war: Short Cuts, M.A.S.H., The Player, zuletzt Gosford Park und – einmal mehr von der Kritik ganz und gar verkannt – The Company (2003), wo Altman die Lebens- und Leidensgeschichten, wie sie in einem Ballett-Ensemble fokussiert sind, grandios verfilmte.
Und nun kommt Altman Vermächtnis A Prairie Home Companion ins Kino: So wie der Filmtitel heißt eine Live Radio Show aus dem Mittelwesten, wo Cowboy noch Cowboy und die Country-Music existenzberechtigt ist wie eh und je. Die reale Radio-Show gleichen Namens wird landesweit immer noch ausgestrahlt. Ihr Moderator und Erfinder Garrison Keillor hat das Drehbuch für den Altman-Film geschrieben, das die – fiktionale – Geschichte der Einstellung der Show erzählt: Eine Investorengruppe hat das Gebäude, von dem aus die Sendung ausgestrahlt wird, gekauft und will es in ein Parkhaus umwandeln. Der „Vollstrecker“ (Tommy Lee Jones), der das Haus schließen soll, ist schon unterwegs, ein letztes Mal geht A Prairie Home Companion on air …

Solcher Plot enthält jede Menge an realer wie metaphorischer Morbidität und Todesahnung, ein Todesengel (Virginia Madsen) tritt beziehungsvoll dann auf, wenn es brenzlig wird, auch wenn der wie einem Raymond-Chandler-Roman entsprungene Security-Mann Guy Noir (Kevin Kline) das todgeweihte Unterfangen am Leben halten will. Dazu – Altman-Fans kommen voll auf ihre Rechnung – ein pralles Panoptikum von gealterten Radio-Varieté-Künstlern, allen voran die Johnson Sisters: Meryl Streep und Lily Tomlin unnachahmlich! Und Drehbuchautor-Showmoderator Garrison Keillor, der sich selbst darstellt.
Robert Altman mag geahnt oder gewusst haben, dass dieser wunderbare Abgesang aufs gute alte Radio auch der Abgesang auf die guten alten Altman-Filme sein würde. Mit A Prairie Home Companion ist ihm ein mehr als würdiger Abgang gelungen. Danke – auch und gerade für diesen Film!


A PRAIRIE HOME COMPANION
USA 2006.
Regie: Robert Altman.
Mit Meryl Streep, Lily Tomlin, Woody Harrelson, Tommy Lee Jones, Garrison Keillor, Kevin Kline.
Verleih: Polyfilm. 103 Min.
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