Auch Legenden fangen klein an, zumindest, wenn Jay Russell („Im Feuer“) den Mythos Loch Ness für die Leinwand in „Mein Freund der Wasserdrache“ bemüht: Das Seeungeheuer schlüpft aus seinem Ei und verbringt die ersten Tage beim zwölfjährigen Angus. Die Umquartierung von der Badewanne in den See ist aufgrund des rasanten Wachstums unabwendbar. Die Jagd auf die Meereskreatur beginnt. Es ist die Zeit des Zweiten Weltkrieges, an welchen Angus seinen Vater verloren hat. Während das quirlige Amphibien-Fundstück rasch erwachsen wird, muss es ihm sein Beschützer, konfrontiert mit neuen Vaterfiguren, gleichtun. Als dramaturgische Klammer wird die Geschichte in Legendenform erzählt: Sie wird an zwei Touristen weitergegeben. Allzu außergewöhnlich ist die dramaturgische Herangehensweise nicht, gut besetzt ist der humorvoll-abenteuerliche Familienfilm allemal – und aufwändig umgesetzt: Das „Herr der Ringe“-Special Effects-Team schenkt „Free Willy“ in Legendenformat ein Gesicht.
MEIN FREUND, DER WASSERDRACHE
The Water Horse
USA 2007. Regie: Jay Russell
Mit Emily Watson, Alex Etel, Ben Chaplin
Verleih: Sony. 111 Min.