ro ro

Navigation
Literaturkritik | Filmkritik | Dossiers | Suchen
You do not have permission to download files

Falco – Verdammt, wir leben noch! - 06/2008

Herunterladen
Poet im Zweifel
„Falco – Verdammt, wir leben noch!“: Trotz Einwänden ein würdiger Film über Hans Hölzl.
Von Matthias Greuling

Ich will, dass unter meinem Album steht: Directed by Falco“. Damit bringt der Popstar seine Attitüde gegenüber der Popwelt, dem Management, dem ganzen Business zum Ausdruck. Nicht seine Produzenten sind für ihn maßgeblich für seinen Erfolg, sondern einzig er selbst – er, der „Director“, der Regisseur. „Falco – Verdammt, wir leben noch!“, Thomas Roths Filmbiografie, fokussiert stark auf diesen Aspekt des Hans Hölzl, der zumindest künstlerisch stets zwischen Arroganz und Selbsthass, zwischen Euphorie und Minderwertigkeitskomplex pendelte. Die biedere Inszenierung, optisch und strukturell einem TV-Film ähnlich, ist hautnah dabei, wenn aus Hans Hölzl die Kunstfigur Falco entsteht, wenn sein späterer Nummer 1-Hit „Der Kommissar“ bei Ö3 auf taube Ohren stößt und Falco mit „Rock Me Amadeus“ zum One-Hit-Wonder in den USA (und zum Nationalhelden in Österreich) aufsteigt. Dazu Bilder einer am Leben scheiternden Figur, gefangen in Süchten und Exzessen. Sein Kindertraum vom Popstar wird wahr, sein mühseliger (und aussichtsloser) Überlebenskampf in dieser Rolle sein Untergang.
Dazwischen zeigt Roth (allzu oft) Falcos Privatleben: Suche nach Liebe, eine Ehe und ein Kind, das nicht seines war. Hans Hölzls Kindheitstage werden als Erklärungsmuster für späteres Handeln herangezogen – ein freilich simpler Versuch. Sein Aufstieg wird weitschweifig nachgestellt, das spätere Wiederaufflackern seiner musikalischen Lebenssehnsucht mit Alben wie „Data de Groove“ oder „Nachtflug“, das die Versagensängste viel besser hätte illustrieren können, wird leider völlig ausgeblendet. Andererseits zeigt die Biografie anschaulich, dass Falco mehr Poet war als Popmusiker: So eigenwillig und brillant seine Texte waren, so gefällig am Mainstream orientierten sich die für ihn geschriebenen Melodien. „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ ist trotz einiger Einwände ein würdiger Film über Falco und Hans Hölzl geworden. Vor allem Falco-Darsteller Manuel Rubey, Frontmann der Band „Mondscheiner“, überzeugt: Er vermeidet die Anbiederung an den Mythos durch sein exaktes und doch eigenständiges Spiel. Hans Hölzl wusste, dass hierzulande erst gefeiert wird, wer schon tot ist. Eine depressive Lebenssicht, deren Schlussstrich im Film auch als solcher inszeniert ist. Als hätte Falco dabei selbst Regie geführt.


Falco – Verdammt, wir leben noch!
A 2008.
Regie: Thomas Roth.
Mit Manuel Rubey, Nicholas Ofczarek, Christian Tramitz, Patricia Aulitzky.
Verleih: Constantin. 100 Min.
You do not have permission to download files


DownloadsII 5.0.4 by CyberRanger & Jelle
Based on ecDownloads 4.1 © Ronin



Powered by vBulletin® Version 3.6.5 (Deutsch) | Copyright ©2000 - 2005, Jelsoft Enterprises Ltd.
ro
ro ro
Werbung
  17:58:32 05.16.2005